160 Verletzte bei BASF-Chemieunfall in Ludwigshafen

22. Mai 2001, 12:43
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Augen- und Hautreizungen sowie Atembeschwerden - 70 Kinder unter Opfern

Ludwigshafen - Nach der Explosion beim Chemiewerk BASF in Ludwigshafen sind wesentlich mehr Menschen ärztlich behandelt worden als zunächst bekannt. Wegen Augenreizungen und Atembeschwerden wurden insgesamt rund 160 Menschen von Medizinern untersucht, darunter etwa 70 Kinder aus einer Schule und zwei Kindertagesstätten. Das geht aus Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), der Polizei und BASF vom Dienstag hervor.

Geringe Konzentration

Vier Polizisten wurden dienstunfähig geschrieben. Die Empfehlung, Kinder nicht auf Spielplätze zu lassen, blieb bestehen. Nach Angaben der Stadt waren geringe Konzentrationen des reizend wirkenden Stoffes Ludigol über der Stadt niedergegangen. Etwa 1200 aufgeschreckte Bürger riefen das so genannte Gefahrenabwehrtelefon der Stadt an.

Explosion und Brand

Am Montagmittag war es in einer BASF-Produktionsanlage für Textilchemikalien zu einer heftigen Explosion und einem Brand gekommen. Verletzt wurde dabei niemand. Der Störfall ereignete sich bei der Trocknung von Ludigol, einem Pulver zur Herstellung von Textilhilfsmitteln. Das weißliche Pulver reizt laut BASF Haut und Atemwege. Krebs erregend oder fruchtschädigend sei es nicht.

Bei der Brandbekämpfung verbrauchte die Feuerwehr fünf bis sechs Tonnen Löschschaum, die teilweise als Niederschlag in der Umgebung niedergingen. Die Explosionsursache und die Höhe des Schadens waren auch am Dienstag noch nicht bekannt. (APA/AP)

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