Versicherungsverkauf verlagert sich ins Netz

21. Mai 2001, 19:36
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Grazer chegg.net eröffnet Prämienvergleichsportal

Wien - Der Verkauf von Versicherungen wird immer mehr zu einer Sache, die mithilfe oder gar über das Internet abgewickelt wird. "Bisher war ein Prämien- und Leistungsvergleich ja eine sehr umständliche, zeitaufwendige Sache", sagt Thomas Lang, Vorstandsvorsitzender von chegg.net, einem Versicherungsportal, das Anfang dieses Monats freigeschalten wurde.

Untersuchungen des Marktforschungsinstitutes Forit in Deutschland haben ergeben, dass es in Europa bei den Internetusern eine große Akzeptanz dabei gibt, das Internet für die eigenen Versicherungsgeschäfte zu verwenden. Einerseits, um über das Web Informationen einzuholen (50 Prozent der User), andererseits, um auch Abschlüsse online durchzuführen (30 bis 40 Prozent). In den USA, wo allerdings das Maklerwesen weniger ausgeprägt ist, werden laut Lang bereits jetzt 50 Prozent der Versicherungsgeschäfte internetbasierend getätigt.

500 Produkte

Da diese Entwicklung auch in Österreich erwartet wird, hat die Grazer SELSA Intelligence AG, ein Versicherungsmakler, Anfang Mai ein Portal ins Web gestellt, mit dem umfangreiche Versicherungsvergleiche möglich sind. In der Datenbank sind derzeit jeweils zehn bis 15 Produkte von 35 Anstalten angeführt, die in Österreich Versicherungen vertreiben. Lang: "Bei einem Produktvergleich zeigt sich, dass sich der Konsument locker ein paar Tausender im Jahr sparen kann."

Das Businessmodell der jungen Firma ist recht ambitioniert. In der derzeitigen ersten Phase ist ein Produktvergleich in den Sparten Kfz- und Haushaltsversicherungen möglich; in den nächsten Wochen sollen auch Lebens- und Pensionsversicherungen dazukommen. Lang will mit chegg.net (das steht für "check das Gelbe vom Ei") bis zum Jahr 2004 knapp ein Prozent des heimischen Versicherungsmarktes abdecken, was etwa 150.000 Kfz-Versicherungsverträge bedeuten würde. Österreichweit gibt es fünf bis sechs Millionen Kfz-Versicherungsverträge.

Doch soll das Portal nicht nur für Versicherungsnehmer da sein. Auch Makler können - gegen eine geringe Gebühr - von der Datenbank, die teilweise über verschlüsselte SSL-Leitungen läuft, Gebrauch machen. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22. 5. 2001)

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