"Elf zusätzliche Tech-Milliarden"

21. Mai 2001, 19:15
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Forderungen der Wirtschaft

Wien - Zusätzlich zu den sieben Milliarden Schilling, die die Regierung bis 2003 als Sonderfinanzierung für eine Technologieoffensive einsetzen will, müsse es in den Jahren 2004 und 2005 weitere elf Milliarden Schilling an öffentlichen Mitteln für die Forschung geben. Dies fordert die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) in einem Positionspapier zum Reformdialog der Bundesregierung am kommenden Mittwoch. Nur wenn diese Mittel bereitgestellt würden und auch in Verwendungen flössen, die eine weit höhere Hebelwirkung als die bisher erzielten versprächen, sei das Ziel einer Forschungsquote von 2,5 Prozent im Jahr 2005 zu erreichen, sagte Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl bei einer Pressekonferenz am Montag.

In der WKÖ-Modellrechnung zur Erreichung des Forschungsziels setzt man dabei einen "Hebel" von vier voraus. Das heißt: Ein öffentlicher Förderschilling induziert drei zusätzliche Forschungsschillinge in der Privatwirtschaft. Das Wirtschaftsforschungsinstitut hat demgegenüber auf Basis der bisherigen internationaler Erfahrungen einen durchschnittlichen Hebel von bloß 1,6 errechnet.

Die Wirtschaftskammer hält diese Hebelvergrößerung für realisierbar, wenn der Großteil der zusätzlichen öffentlichen Mittel über Förderungen des Forschungsförderungsfonds für die gewerbliche Wirtschaft (FFF) zum Einsatz komme. Denn für FFF-Förderungen seien schon Hebelwirkungen von fünf nachgewiesen worden, sagte WKÖ-Vizegeneralsekretär Reinhold Mitterlehner. Der FFF solle daher noch bis 2003 zusätzliche 1,5 Mrd. S erhalten. Darüber hinaus fordert die WKÖ verbesserte steuerliche Anreize für die Forschung. (jost, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22. 5. 2001)

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