Ljube Boskovski: "Krise ist aus dem Kosovo importiert"

21. Mai 2001, 18:09
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Mazedonischer Innenminister sieht sein Land als Opfer einer "terroristisch-extremistischen Aktion"

Skopje/Zagreb/Wien - "Es gibt keinen Zweifel, dass wir Opfer einer klassischen terroristisch-extremistischen Aktion sind, die aus dem Kosovo importiert wurde". Mit diesen Worten beurteilte der mazedonische Innenminister, Ljube Boskovski, die derzeitige politische Situation in seinem Land. In einem Interview mit der kroatischen Zeitung "Vecernji list" erklärte Boskovski, die Krise in Mazedonien sei die Folge des "Wunsches einer bestimmten Zahl von albanischen Politikern", ein "Großalbanien" zu schaffen.

Boskovski spricht von einer aus dem Kosovo "importierten Krise", die einen "klassischen kriminellen Hintergrund" hätte. Davon würden auch die "Kriegs-Akteure" auf albanischer Seite zeugen, die in Jugoslawien, Mazedonien und im Kosovo im Gefängnis gewesen wären. Die albanischen Rebellen bezeichnete Boskovski als "Banditen", die sich "klassischer Methoden des Terrorismus" bedienen würden.

Auf die Frage, ob es stimme, dass er im jugoslawischen Bürgerkrieg (1991-1995) auf der Seite der Kroaten gekämpft habe, antwortete der Innenminister, dass er "nicht direkt Beteiligter" gewesen wäre. Er habe aber als Journalist viel Zeit an der Front verbracht. Ihm und seiner Partei, der rechtsnationalen VMRO-DPMNE, sei aber bewusst gewesen, dass Kroatien auch für die Souveränität Mazedoniens kämpfe.

"Wäre Kroatien gefallen, hätte es kein unabhängiges Mazedonien gegeben", so Boskovski. "Aus diesem Grund habe ich auf den Schlachtfeldern die kroatischen Kämpfer ermutigt, im Namen meines Volkes und meiner Partei, dass wir mit ihnen sind", erklärte der mazedonische Innenminister gegenüber "Vecernji list". (APA)

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