Volkswagen will mit Polo in China Massengeschäft machen

21. Mai 2001, 15:18
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Kleinwagenbau wird im Frühjahr 2002 aufgenommen

Shanghai - Volkswagen verspricht sich von dem neuen Polo in China ein Massengeschäft. Der Kleinwagen soll nach Angaben des Konzerns vom Montag in Shanghai im Frühjahr 2002 in China gebaut werden. Das wäre nur ein halbes Jahr nach der Markteinführung des neuen Modells in Deutschland. 2003 soll nur für den chinesischen Markt ein Stufenheckmodell folgen.

Der Polo soll nach Angaben des Geschäftsführers des Shanghaier Werks, Jörg Blecker, trotz der sich abzeichnenden harten Wettbewerbs auf dem chinesischen Privatmarkt "ein Volumenträger" werden. Er könne mengenmäßig sicher mit den anderen Fahrzeugen des Konzerns in China standhalten "und wird vielleicht sogar interessanter werden", sagte Blecker während einer Besichtigung des Werks in Shanghai durch den deutschen Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig.

Marktanteil von über 50 Prozent

Volkswagen hat einen Anteil von 53,5 Prozent am chinesischen Markt und erwartet zwar eine Senkung des Anteils auf etwa 45 Prozent in den nächsten fünf Jahren, was aber einer Volumensteigerung auf 450.000 Fahrzeuge entspricht. Zurzeit produzieren die Volkswagenwerke in China, ein Joint Venture mit staatlichen Gesellschaften mit jeweils 50-prozentiger Beteiligung, ausschließlich Mittelklassewagen. Das brachte ihnen 2000 einen Umsatz von rund sieben Mrd. Mark (3,58 Mrd. Euro/49,2 Mrd. S) und ein Ergebnis, "das sich lohnt". "Wir verdienen gutes Geld", sagte Blecker, nannte aber keine Summe.

Das Volumen von rund 221.000 im Jahr 2000 brachten die Modelle Santana und Santana 2000, beides Stufenheckversionen eines älteren Passat-Designs. 30.000 Exemplare wurden erstmals von dem neu eingeführten Passat gebaut, der der in Deutschland vertriebenen Limousine weitgehend entspricht, aber zehn Zentimeter länger ist.

Individualkunden in China können sich erst seit kurzem in nennenswerter Zahl ein Auto leisten. Allerdings wird ein starker Anstieg erwartet. VW-Sprecher Hans-Peter Blechinger zufolge lag der Anteil der Privatkunden 1995 noch bei fünf Prozent der Autokäufer; inzwischen liegt er bei 30 Prozent. Mit der weiteren Marktöffnung im Falle eines Beitritts Chinas zur Welthandelsorganisation (WTO) wird ein starker Wettbewerb erwartet. Schon jetzt will General Motors den Kleinwagenmarkt ebenfalls mit einem Buick-Modell erschließen. (APA/AP)

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