Neues Postämterkonzept vor Realisierung

21. Mai 2001, 14:52
posten

Post-Vorstand bestätigt Schließungskonzept

Wien - Dass es ein Schließungskonzept für die österreichischen Postämter (derzeit rund 2.300) gibt, bestätigte Post-Vorstandsdirektor Josef Halbmayr am Montag auf der Bilanzpressekonferenz. Die Versorgungsdichte habe sich durch die unterschiedliche Entwicklung der einzelnen Siedlungsgebiete verschoben. Auch seien in mehr als 1.500 Postämtern derzeit maximal zwei Mitarbeiter am Schalter beschäftigt, womit "kein Geschäft zu führen" sei. Schließungen werde es erst nach genauer Prüfung der Daten und unter Einbeziehung der Bürgermeister geben, sagte Halbmayr, der sich auf Zahlenangaben deshalb nicht festlegen wollte.

Fest stehen jetzt die Namen der neuen Postamtsstrategie. Es wird künftig drei Typen von Postämtern geben. Das "klassische Postamt" wird "Post.at" heißen und auch unter diesem Logo erkennbar sein. Vom bisherigen Arbeitstitel "Post Complete", der das Serviceangebot verdeutlicht, ist man abgekommen. Die reduzierte Version wird "Post-Box" heißen (bisheriger Arbeitstitel "MacPost") und auf Leistungen für private Bürger abgestimmt sein - es werden keine sperrigen Güter oder große Massensendungen angenommen. Die dritte Version, "Post-Partner", setzt auf die Kooperation mit anderen Wirtschaftsunternehmen in einem sogenannten Agenturkonzept. In die Suche nach Agenturpartnern wurde die Wirtschaftskammer Österreich eingeschaltet. Letztlich ist die künftige Zahl der Postämter auch von der Universaldienstverordnung abhängig, die das Infrastrukturministerium erarbeitet und bei der es laut Wais noch unterschiedliche Auffassungen über die Definition der Flächenversorgung geht. (der zur Begutachtung ausgesendete Erstentwurf hätte eine Aufstockung der Zahl der Postämter erfordert und wurde von der Post massiv beeinsprucht).

Zustellbasen sollen Zustellpostämtzer ablösen

Verteilstellen für die insgesamt rund 10.000 Zustellbezirke sollen (rund 450) sogenannte Zustellbasen sein, die die 1.900 Zustellpostämter ablösen sollen. Seit November 2000 läuft mit 24 Zustellbasen ein Testbetrieb, dessen Ergebnisse in Kürze gemeinsam mit der Belegschaftsvertretung analysiert werden.

Die Zahl der Logistikzentren wird von 14 auf 6 Verteilzentren reduziert. Salzburg "steht", Graz wird im August in Vollbetrieb gehen, sagte Logistikvorstand Jörn Kaniak. Wien soll im August 2002 fertig werden, Linz ist nachgerüstet und Innsbruck wird nachgerüstet. In Kärnten wird das Logistikzentrum - gegen die Wünsche von Landeshauptmann Jörg Haider - in Villach errichtet, um die zwei bestehenden Umleitungen in Villach und Klagenfurt zu konzentrieren. In Wolfurt, Vorarlberg, ist ein ergänzendes Logistikzentrum vorgesehen. Insgesamt wird die Post die Investitionssumme von 1,467 Mrd. S des Jahres 2000 heuer um rund eine Mrd. S auf 2,5 Mrd. S hochschrauben. Geplant sind u.a. Akquisitionen und/oder Kooperationen in Südosteuropa und der Slowakei, wobei Wien als "Brückenkopf" fungieren soll.

(APA)

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