Schon vergessen, wo Sie auf Urlaub waren?

24. Mai 2001, 16:58
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Der Grund könnte dieser sein: häufige Langstreckenflüge und Jetlags lassen das Gehirn schrumpfen

Washington - Häufige Jetlags lassen einer Studie zufolge das Gehirn schrumpfen und führen damit zu mentalen Störungen. So wiesen Flugbegleiter, die wenig Erholungszeit zwischen internationalen Flügen hätten, erhebliche Gedächtnislücken auf, sagte der für die Untersuchung verantwortliche Wissenschafter Kwangwook Cho am Sonntag (Ortszeit) in Washington. Insgesamt wurden für die Studie 20 Flugbegleiterinnen zwischen 22 und 28 und Jahren untersucht, die jeweils fünf Jahre in ihrem Beruf tätig sind. Als Jetlag werden Beschwerden wie Ermüdung, Desorientierung und Schlafstörungen bezeichnet, die viele Menschen nach dem Überfliegen mehrerer Zeitzonen haben.

Cho, der in der Anatomie-Abteilung der Universität Bristol in Großbritannien arbeitet, untersuchte Größenveränderungen der rechten Schläfenlappen. Diese für das Gedächtnis und die visuelle Wahrnehmung verantwortlichen Gehirnteile seien bei den Flugbegleiterinnen umso kleiner gewesen, je häufiger sie Zeitzonen überflogen hätten. "Ich habe herausgefunden, dass es keine Sprachstörungen gab, aber bestimmte Kurzzeit-Gedächtnislücken. Auch die sehr einfache abstrakte Wahrnehmung war ziemlich schlecht", berichete Cho.

Neben Untersuchungen der Hirngröße mit der so genannten Magnet-Resonanz-Methode mussten die Flugbegleiterinnen auch einen Erinnnerungs- und Wahrnehmungstest durchlaufen. Dabei mussten sie etwa einfache Symbole wie die britische und US-amerikanische Flagge unterscheiden oder sich nach längeren Pausen an Stellen auf einem Monitor zu erinnern, wo sie zuvor Punkte gesehen hatten.

Nach Angaben Chos sind weitere Untersuchungen nötig, um herauszufinden, ob es sich bei den festgestellten Veränderungen um permanente Schäden handelt. Der Wissenschafter nimmt an, dass ähnliche Erscheinungen auch bei Schichtarbeitern und Eltern von kleinen Kindern auftreten, deren Schlafrhythmus ebenfalls häufig gestört werde. Die Studie soll in der amerikanischen Fachzeitschrift "Nature Neuroscience" veröffentlicht werden. (APA/Reuters)

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