Qualität der österreichischen Badegewässer hat sich "signifikant verschlechtert"

22. Mai 2001, 13:25
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Wasserqualität in der EU verbessert sich

Brüssel - Die durchschnittliche Qualität der Badegebiete Österreichs hat sich 2000 im Vergleich zu 1999 signifikant verschlechtert, heißt es im Badegewässerbericht der EU, der am Montag in Brüssel veröffentlicht wurde. Am auffälligsten sei, dass über 20 Prozent der Gebiete, die in der Saison 1999 noch die strengeren Werte einhielten, 2000 nur noch die weniger strengen gesetzlichen Mindestwerte erfüllten oder überhaupt nicht konform waren.

Strenge Leitwerte

Insgesamt erfüllten in Österreich von 268 untersuchten Gewässern nur 66,8 Prozent die strengeren Leitwerte, während es im Jahr zuvor noch 77,8 Prozent waren. Nicht mit den EU-Bestimmungen konform waren im Jahr 2000 neun Gewässer, also 3,4 Prozent. (1999: elf Gewässer). Angesichts dieser Entwicklung "geht fast unter", so der Bericht, dass von den elf Badeplätzen, die im Jahr zuvor nicht EU-konform waren, danach zehn die zwingenden oder sogar die strengeren Leitwerte erfüllten. Einzig der Waldschacher See in der Steiermark erfüllte weder 1999 noch 2000 die EU-Normen. Acht Badeplätze, die 1999 EU-konform waren, sind es nun nicht mehr.

Eu-weite Wassererbesserungen

EU-weit gebe es seit 1992 eine kontinuierliche Verbesserung der Wasserqualität, hob die zuständige EU-Kommissarin Margot Wallström hervor. So erfüllten jetzt bereits 97 Prozent der Küstengewässer die Normen der Union, während es vor knapp zehn Jahren erst 85 Prozent waren. Bei Binnengewässern gebe es noch mehr zu tun, dort erfüllten inzwischen aber auch 94 Prozent der Badestellen die erforderlichen Mindestnormen, während es 1992 noch weniger als 50 Prozent waren. Für Frankreich liegen allerdings keine aktuellen Werte vor.

Schlechte Werte für Großbritannien und Portugal

Nur in Großbritannien und Portugal erfüllen weniger als 95 Prozent der Küsten die EU-Mindestnormen. Badeverbote gab es 2000 nur an den Küsten Dänemarks und Spaniens, in Portugal waren aber 7,8 Prozent der Badeplätze nicht EU-konform.

Bei den Binnengewässern gibt es öfter Probleme. So war in drei der 20 Luxemburger Seen das Baden verboten. In Portugal entsprach fast ein Drittel und in Griechenland jedes siebente Binnengewässer nicht den EU-Standards. (APA)

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