Österreich soll Top-Gesundheitstourismus-Destination Europas werden

21. Mai 2001, 15:49
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Wirtschaftsministerium investiert 2,7 Millionen Schilling in zehn Schlüsselprojekte

Wien - Rund 10 Prozent aller Österreich-Gäste verbringen laut "Österreichischer Gästebefragung 2000" hierzulande einen Gesundheitsurlaub. Über ein vom Wirtschaftsministerium initiiertes strategisches Schwerpunktprogramm soll der österreichische Gesundheitstourismus nun stärker gefördert werden. "Österreich soll zur führenden Gesundheitsdestination Europas werden", sagte Tourismus-Staatsekretärin Mares Rossmann heute, Montag, bei einem Pressegespräch. 2,7 Mill. S (196.217 Euro) sollen in den kommenden zwei Jahren in 10 Schlüsselprojekte investiert werden.

Im österreichischen Gesundheitstourismus wurden im Vorjahr rund 2 Mrd. S umgesetzt, Tendenz steigend. Der Gesundheitstourist ist mit durchschnittlichen Tagesausgaben von 1.350 S ausgabefreudiger als der durchschnittliche Österreich-Gast, der pro Tag im Schnitt 1.019 S ausgibt.

Konkurrenz aus Osteuropa

Österreich habe zwar in den vergangenen Jahren viel in den Gesundheittourismus investiert, müsse sich aber einer weltweiten Konkurrenz stellen, betonte Rossmann. Österreichische Nachbarländer wie Ungarn, Slowenien und Kroatien hätten diesen Zweig zuletzt massiv ausgebaut. Ungarn investiere 2001 und 2002 etwa rund 1 Mrd. S in den Wellness-Bereich. Der Ausbau des Gesundheitstourismus werde auch die Saisonverlängerung vorantreiben. Damit könnte auch der in Österreich von Experten als Problemkind gehandelte Sommertourismus - Österreich verliert laufend Sommergäste an südliche Meeresdestinationen - mit neuen Inhalten gefüllt werden.

Bis Jahresende soll in Österreich in Kooperation mit dem touristischen Beratungsunternehmen Invent und der Österreich Werbung (ÖW) eine eigene Gesundheitsmarke und - nach Schweizer Vorbild - ein Gütesiegel für Gesundheitseinrichtungen entwickelt werden, erläuterte Rossmann. Außerdem sollen ein nationales Kompetenzzentrum entstehen und internationale Vertriebsstrukturen für den österreichischen Gesundheitstourismus aufgebaut werden. Binnen zwei Jahren sollen sechs Gesundheitsdestinationen in Österreich entstehen.

"Der Gesundheitstourismus ist ein Megatrend und Wachstumsmotor der nächsten Jahrzehnte, nicht nur, weil es derzeit eine Modeerscheinung ist, sondern weil ein Wertewandel stattgefunden hat", sagte Invent-Geschäftsführer Hubert Bratl. In Österreich seien derzeit noch Einzelbetriebe im Gesundheitstourismus führend. Kooperationen und Clusterbildungen müssten künftig verstärkt werden. Dem Gesundheitstourismus werden die Bereiche Wellness, Kur, Rehabilitation, Prophylaxe, der Schönheitsbereich und neue Klinikangebote zugeordnet. (APA)

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