Jugoslawien sichert Pufferzone zum Kosovo

21. Mai 2001, 14:07
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KFOR verstärkt Truppe an der Kosovo-Seite

Belgrad - Die jugoslawischen Sicherheitskräfte bereiten sich auf das Einrücken in den letzten Abschnitt der fünf Kilometer breiten Pufferzone an der administrativen Grenze Serbiens zum Kosovo vor. Die 2.830 Kilometer lange Pufferzone war durch das Abkommen von Kumanovo im Juni 1999 errichtet worden, mit welchem der Abzug jugoslawischer Sicherheitskräfte aus dem Kosovo und die Stationierung internationaler Truppen in der Provinz vereinbart worden war.

Der Einzug von Sicherheitskräften in den ersten Teil der Pufferzone dicht an der serbischen Grenze zum Kosovo erfolgte am 17. März dieses Jahres. Inzwischen sind jugoslawische Sicherheitskräfte im Großteil der Pufferzone stationiert. Der Einzug in den letzten Abschnitt in Länge von rund 85 Kilometern in der Krisenregion um Presevo und Bujanovac soll kommenden Donnerstag beginnen, auch wenn die Anführer der albanischen Extremisten mehrmals die Aufschiebung des Einrückens gefordert haben.

Verstärkung

Die internationalen Friedenstruppen im Kosovo, KFOR, haben inzwischen eine Verstärkung ihrer Truppen an der Kosovo-Seite der Pufferzone angekündigt. Die örtliche albanische Bevölkerung im Süden Serbiens wurde aufgefordert, ihre Wohnstätten nicht zu verlassen.

Albanische Extremisten sind in den letzten Tagen seitens der Belgrader Behörden, aber auch von den KFOR-Kommandanten aufgefordert worden, ihre Waffen niederzulegen. Die Belgrader Behörden hatten eine Amnestie für die Angehörigen der "Befreiungsarmee von Presevo, Medvedja und Bujanovac" (UCPMB) in Aussicht gestellt, die dies tun würden.

Gemäß Angaben des serbischen Regierungspressezentrums in Bujanovac hat die Aktion in den Dörfern um Presevo bereits Ergebnisse gebracht. In Norca, Oraovica und Crnotince seien halbautomatische Gewehre, Granatwerfer sowie größere Mengen von Bomben, Minen und Munition abgegeben worden.

In Bujanovac begann unterdessen die Ausbildung von 400 Angehörigen der multiethnischen Polizeikräfte durch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). (APA)

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