Stärke als Bio-Waffe gegen Moskitoplagen

24. Mai 2001, 15:51
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Das Pulver bildet auf der Wasseroberfläche vorübergehend einen Film, der die Larven erstickt

West Lafayette - Umweltfreundliche Stärke ist eine schlagende Waffe im Kampf gegen Mücken und Moskitos, haben Forscher der Purdue University festgestellt. Das Team um Barry Pittendrigh testete seine Methode erfolgreich im Naturschutzgebiet Prime Hook National Wildlife Refuge in Delaware. Sie streuten auf die Oberfläche von Mückenbrutgewässern das Polysaccharid Xanthangummi, das auch in Lebensmitteln oder Farben zum Einsatz kommt.

Das Pulver bildet auf der Wasseroberfläche vorübergehend einen Film, der die Larven erstickt. Dies wirkt ebenso effektiv wie herkömmliche Insektizide, berichten die Forscher im Fachblatt Environmental Entomology. Anders als bei Insektiziden, die relativ schnell absinken und auch unterhalb der Oberfläche wirken, werden andere Lebewesen im Wasser von der Stärke nicht gefährdet. Xanthangummi ist ein von Bakterien produziertes Polysaccharid, das als Verdickungs- und Bindemittel in Malfarben, Saucen und Dressings vorkommt oder als Schaumverstärker in Feuerlöschsubstanzen und Milchspeise-Desserts.

Vor allem in Entwicklungsländern werden heute für den Menschen ungesunde Insektizide eingesetzt, um die Malaria-übertragenden Moskitos zu bekämpfen. Auch das hier zu Lande verbotene DDT ist oft darunter. Die Stärkemethode hingegen ist wesentlich umweltfreundlicher, zudem können die Insekten keine Resistenz dagegen entwickeln. Eventuell lassen sich auch beide Ansätze kombinieren, so die Forscher: Der Stärkefilm könnte dann dafür sorgen, dass die Insektizide wesentlich länger an der Wasseroberfläche verweilen und dort auf die Insektenlarven wirken können.(pte)

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