Ösis ziehen Bilanz

21. Mai 2001, 13:53
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Nur Didi Kühbauer darf mit seiner Saison zufrieden sein - Ex-Rapidler Wimmer steigt mit Frankfurt ab

Wien - Nur ein Österreicher durfte mit der am Samstag beendeten 38. deutschen Fußball-Bundesliga-Saison, zumindest was seine Leistung betrifft, wirklich zufrieden sein: Didi Kühbauer. Der 30-jährige Burgenländer etablierte sich in seiner ersten von drei geplanten Saisonen mit dem VfL Wolfsburg als Leistungsträger der Mannschaft.

Der 45fache Internationale war in 28 der insgesamt 34 Spielen (fehlte nur wegen Verletzungen bzw. Sperre/zehn gelbe Karten) dabei, brillierte in seiner offensiven Rolle hinter den Spitzen, war als Vorlagengeber Spitze und schoss selbst sieben Tore. Einziger Wermutstropfen: Die "Wölfe" verpaßten mit Rang neun einen UEFA-Cup-Platz doch deutlich und müssen nun über den UI-Cup ihr Glück suchen. Nach dem Frust von San Sebastian ist Kühbauer wieder der Alte und fand sich immerhin drei Mal in der Kicker-Elf des Tages wieder.

Herzog im Frühajahr stark verbessert

Als bester der Österreicher-Klubs schnitt Werder Bremen mit Rang sieben, zwei Punkte hinter einem UEFA-Cup-Rang ab. Eine hervorragende Rückrunde konnte den enttäuschenden Herbst (nur Rang zwölf, einen Punkt vor einem Abstiegsplatz) nicht mehr ganz wettmachen. Entsprechend gesteigert hat sich auch Andreas Herzog und erinnerte im Frühjahr mehrmals an seine einstigen Glanzzeiten.

"Nach dem verkorksten Herbst wollte ich es allen noch einmal zeigen", sagte der ÖFB-Teamkapitän, der nach diversen Querelen nicht zuletzt mit Sportdirektor Klaus Allofs ein Jahr vor seinem zu Ende gehenden Vertrag die Hanseaten am liebsten verlassen wollte, aber keinen Klub fand, der 14 bis 21 Millionen Ablöse plus ein entsprechendes Gehalt zahlen will. In seinen 32 Saisonspielen traf der 32-jährige Regisseur zwar nur zwei Mal (die Spitzen Pizzaro und Ailton übersahen fast immer die Nebenspieler), seine Ausbeute in neun Jahren Bundesliga (davon acht bei Bremen) kann sich mit insgesamt 58 Toren aber sehen lassen. Auf Toni Polster (90) fehlen ihm aber immer noch 32 Treffer.

Limitierte Zukunft für Purk

Auf Rang drei in der Ösi-Klub-Wertung klassierte sich der TSV 1860 München mit Rang elf nach einer mehr als durchwachsenen Saison. Harald Cerny (24 Einsätze/kein Tor, einmal Gelb-Rot) hatte eine eher unterdurchschnittliche Saison und musste wegen hartnäckiger Rückenprobleme wochenlang passen. Der Vertrag des 27-Jährigen, der seit 1996 für die "Löwen" spielt und für sie insgesamt 13 Tore geschossen hat, läuft noch zwei Jahre. Das trifft auch auf Martin Stranzl (zwei Mal Gelb-Rot) zu, der in 20 Einsätzen einmal traf. Den 20-jährigen Burgenländer hatte zunächst ein Zehenbruch gestoppt und dann ein Kreuzbandriss für längere Zeit zum Pausieren gezwungen.

Während Christian Prosenik (32) bereits im Jänner nach Österreich zur Austria wechselte, kam Marcus Pürk (26) wenigstens im Finish - bedingt durch die vielen Ausfälle - wieder etwas zum Zug und kann insgesamt sechs Einsätze vorweisen. Seine Zukunft bei den Löwen scheint aber sehr limitiert zu sein.

Weissnberger wieder im Geschäft

Dennoch wird das österreichische Kontingent bei den Löwen im Sommer mit Markus Weissenberger verstärkt. Der 25-jährige verabschiedete sich am Sonntag mit einer tadellosen Leistung beim 4:2-Sieg der Arminia gegen Saarbrücken nach zwei Jahren von Bielefeld, der dem Oberhaus-Absteiger des Vorjahres den Klassenerhalt in der zweiten Liga sicherte. Für Gernot Plassnegger (23) war es gleichzeitig der letzte Auftritt im Dress der Saarländer, er spielt ab Sommer gemeinsam mit Kühbauer für die "Wölfe".

Abstieg für Wimmer

Sein Landsmann Gerd Wimmer findet sich hingegen in der nächsten Saison in der zweiten Liga wieder. Der Ex-Rapidler stieg mit der Frankfurter Eintracht (23 Einsätze/1 Tor) aus der Bundesliga ab. Das gleiche widerfuhr dem Pass-Österreicher Sergej Mandreko (29) mit dem VfL Bochum, für den er ebenfalls 23 Mal (ohne Torerfolg) spielte.

Ob Heinz Weber (24) mit dem FC St. Pauli in die Bundesliga aufsteigt, ist hingegen offen. Der vom FC Tirol an die Hamburger verliehene Torhüter hängt "noch in der Luft". Hingegen könnte es für Stefan Lexa (24) klappen. Der gebürtige Klagenfurter spielte beim SSV Reutlingen eine starke Saison (vier Mal in der Elf der Runde), erweckte entsprechendes Interesse und könnte in der Bundesliga landen. (APA)

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