"Fiat-Lux"-Chefin Uriella muss wieder vor Gericht

21. Mai 2001, 13:21
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Darlehen nicht zurückgezahlt

Trogen - Die Sektenchefin Erika Bertschinger alias Uriella muss wieder vor den Richter. Vor dem Obergericht des Schweizer Kantons Appenzell-Ausserrhoden beginnt am Dienstag in Trogen der Berufungsprozess gegen die Leiterin der Sekte "Fiat Lux". Uriella war im April 2000 vom Kantonsgericht verurteilt worden, einer 60 Jahre alten Zürcherin 625.000 Franken (407.405 Euro/5,61 Mill. S) plus Zinsen zurückzuzahlen. Dagegen hatte Uriella Berufung eingelegt.

Vermögen als zinsloses Darlehen

Die Schweizerin, die 16 Jahre lang Mitglied von "Fiat Lux" war, hatte Uriella von 1994 bis 1996 ihr gesamtes Vermögen als zinsloses Darlehen mit langen Laufzeiten überlassen. Laut Urteil habe die Klägerin das Recht, aus wichtigem Grund auf eine vorzeitige Rückzahlung zu beharren. Nach eigenen Angaben war sie Uriella alias Erika Bertschinger hörig und nicht urteilsfähig. Die Klägerin war 1997 aus der Sekte ausgetreten.

Keine Vertrauensbasis mehr

Seither sei eine Vertrauensbasis zwischen den Parteien nicht mehr gegeben, begründete das Kantonsgericht seine Entscheidung. Unbeantwortet ließ das Gericht die Frage, ob die Klägerin auf Grund von Indoktrination durch die Sekte, psychischem Druck und Krankheit nicht urteilsfähig war, als sie Uriella das Geld überließ. (APA/dpa)

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