"Babynest" bald auch in Salzburg

21. Mai 2001, 13:09
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LR Haidinger für anonyme Geburt und psychologische Betreuung der Mütter

Salzburg - Auch in Salzburg wird künftig eine anonyme Geburt möglich sein, kündigte Landesrätin Maria Haidinger (V) am Montag bei einem Pressegespräch in Salzburg an. Zur Verhinderung etwaiger Kurzschlusshandlungen wie Kindesweglegung oder -tötung komme der Legalisierung der anonymen Geburt eine wesentliche Bedeutung zu.

Bereits seit einem Jahr suchte die Landesrätin gemeinsam mit Experten aus dem psychologisch-gynäkologischen Bereich nach umfassenden Lösungsansätzen. Ein Drei-Säulen-Konzept wurde ausgearbeitet: Realisierung der anonymen Geburt, Errichtung eines Babynestes und Verbesserung der psychologischen Betreuung von Müttern vor und unmittelbar nach der Geburt.

Das "Babynest" soll zusätzlich eine Maßnahme für jene Frauen darstellen, welche die Möglichkeit der anonymen Geburt nicht wahrnehmen wollen, erklärte die Landesrätin. Das "Babynest" ermöglicht es Frauen, die heimlich und alleine ihr Kind geboren haben, das Neugeborene an einem sicheren Ort abzugeben. Es stellt somit ein niederschwelliges Hilfsangebot für jene Frauen dar, die keinen anderen Ausweg aus ihrer Situation sehen. Als geeigneter Standort in Salzburg wurde ein Bereich in der Lindhofstraße beim St. Johanns-Spital gewählt, der sowohl von außen als auch von innen zugänglich ist. Unmittelbar hinter einer Fensteröffnung steht ein Wärmebettchen, in welches das Kind hinein gelegt werden kann. Nach Abwicklung aller erforderlichen Behördenwege sowie Ausschreibungs- und Vergabeverfahren kann mit der Fertigstellung des "Babynestes" bis Ende Juli 2001 gerechnet werden.
(APA)

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