Bundesanwaltschaft: Keine Hinweise auf geplante RAF-Anschläge

21. Mai 2001, 12:54
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Größe der Gruppe unbekannt - Warnung vor Panikmache

Bundesanwaltschaft:

SPD-Politiker warnt vor Panikmache

Karlsruhe - Die deutsche Bundesanwaltschaft hat nach eigenen Angaben keine konkreten Hinweise auf geplante Anschläge einer angeblich von ehemaligen RAF-Mitgliedern gegründeten neue Terrorgruppe. Eine Sprecherin sagte am Montag in Karlsruhe, es gebe weder Erkenntnisse über die Größe der Gruppe, noch sei bekannt, ob neben den mutmaßlichen Gruppenmitgliedern Daniela Klette und Ernst Volker Staub noch weitere Mitglieder der alten RAF daran beteiligt seien.

"Weitere Mitglieder sind unbekannt", sagte die Sprecherin. Die linksextreme "Rote Armee Fraktion" (RAF) hatte 1998 ihre Selbstauflösung bekannt gegeben. Klette und Staub werden nach Angaben der Bundesanwaltschaft dringend verdächtigt, spätestens im April 1999 eine auf Mord und Totschlag gerichtete Vereinigung gegründet zu haben. Die Gruppe nutze logistische Strukturen der alten RAF wie Waffenlager, Verstecke und konspirative Wohnungen und habe den Überfall auf einen Geldtransporter im Juli 1999 in Duisburg ausgeführt, bei dem eine Million Mark (rund sieben Millionen Schilling) erbeutet worden war.

Warnung vor Panikmache

Die maskierten Täter waren damals mit einer Panzerfaust und einer Maschinenpistole bewaffnet. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" fanden Experten des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamtes in einer am Tatort zurückgelassenen Gesichtsmaske Speichelreste sowie in zwei Autos Abriebspuren, die bei DNS-Tests eindeutig Klette und Staub zugeordnet worden seien.

Der SPD-Politiker Dieter Wiefelspütz warnt in diesem Zusammenhang vor Panikmache. Der Kölner Zeitung "Express" vom Montag sagte der Bundestagsabgeordnete und innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion: "Der Schluss, es gebe eine neue RAF, scheint mir zunächst voreilig zu sein." Er sei aber der Ansicht, dass die Entwicklung mit höchster Aufmerksamkeit zu beobachten sei. Es werde geprüft werden, ob die Erkenntnisse im Innenausschuss zu erörtern seien, kündigte Wiefelspütz an. (APA/Reuters/AP)

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