Eine Rikscha fürs neue Jahrtausend

22. Mai 2001, 12:26
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High-Tech-Experten haben das indische Traditionsgefährt modernisiert

Neu Delhi - High-Tech-Experten haben die indische Rikscha abgespeckt und damit die Arbeit der Fahrer erleichtert. "Wir haben vor allem Material und schwere Bauteile ersetzt und so das Gewicht reduziert", sagte G. V. Soumitri vom Technologie-Institut IIT am Montag in Neu Delhi. Statt 98 Kilogramm wiegt eine Fahrradrikscha nun noch 57 Kilogramm. Außerdem wurden die Sitzposition des Fahrers verbessert und der Passagiersitz tiefer gelegt.

Die neue Rikscha kostet mit 5.000 Rupien (1.670 S) nicht mehr als die herkömmlichen. Das meiste Gewicht wurde eingespart, indem die Techniker hohle Rohre statt massive Eisenteile verwendeten. "Wir haben jede Veränderung von Rikschafahrern testen lassen und ihre Reaktionen berücksichtigt", sagte Soumitri. In Agra am Taj Mahal wurden schon 14.000 neue Rikschas gebaut, nun sollen sie auch in anderen Städten bekannt gemacht werden.

Ein Rikschafahrer befördert bis zu drei Passagiere gleichzeitig und bekommt fünf Rupien (1,67 S) für ein bis zwei Kilometer. Allein in der 14-Millionenstadt Neu Delhi verdienen schätzungsweise 300.000 Männer ihren Lebensunterhalt mit der Rikscha. Aus dem Regierungsviertel sind sie zwar verbannt, überall sonst sind Rikschas aber das beliebteste Kurzstreckentaxi. Die Gassen der Altstadt sind für Autos zu schmal. (APA/dpa)

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