Neue Trends bei Immobilien: Qualität statt Quantität

21. Mai 2001, 16:31
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Objekte in mäßiger und schlechter Lage verlieren

Wien - Die Nachfrage nach Immobilien steigt. "Es wird heuer wesentlich mehr verkauft als im Vorjahr. Offenbar haben die Konsumenten wieder mehr Vertrauen in Immobilien unter einer Regierung, die als Grundlage die Marktwirtschaft und die Freiheit des Eigentums forciert", sagte der Bundesinnungsmeister der Immobilien- und Vermögenstreuhänder, Gerhard Steller, bei der Präsentation des "Immobilienpreisspiegels 2001" am Montag.

Die Nachfrage, so Steller weiter, sei jedoch je nach Kategorie "sehr unterschiedlich". Nicht nur bei den Mieten, sondern in nahezu allen Bereichen wie Eigentumswohnungen, Büros oder Geschäftslokalen würden die Preise vor allem in guten bis sehr guten Lagen an, während sie in mäßiger und schlechter Lage stagnierten beziehungsweise weiter zurückgingen.

Steller ortet in diesem Zusammenhang einen Trend "weg von der Quantität hin zur Qualität", wobei in den Ballungszentren die Preise stärker steigen würden als in ländlichen Regionen.

Ende Landflucht in Sicht

"Es gibt erste Anzeichen für ein Ende der Flucht aufs Land. Immer mehr Pendler sind frustriert vom täglichen Verkehrsinfarkt und ziehen entnervt zurück in die Stadt. Es ist noch kein Trend, aber ähnlich wie in anderen europäischen Ländern wollen immer mehr Menschen dort arbeiten, wo sie wohnen", hält Steller fest. Begehrt seien vor allem Single-Wohnungen in der Größe von 50 bis 60 Quadratmetern.

Stark macht sich die Bundesinnung für steuerliche Entlastungen beim Ausbau von Dachböden. Steller zufolge könnten alleine in Wien bei entsprechender Förderung 10.000 neue Wohnungen unter dem Dach entstehen.

Die Bundesinnung der Immobilien- und Vermögenstreuhänder erhebt seit 1989 Durchschnittspreise und veröffentlicht diese jährlich im Immobilienpreisspiegel. Im Lauf der vergangenen Jahre haben sich die Marktverhältnisse und damit die Objekt-Kategorien geändert. Daher hat die Bundesinnung mit Stichtag 31. Dezember 2000 die Erhebungen für den Immobilien-Preisspiegel auf eine neue Basis gestellt. Die neue Datenbasis ermögliche jetzt auch einen internationalen Vergleich, vor allem mit den Marktdatenerhebungen in Deutschland und in den anderen EU-Ländern, erklärte Bundesinnungschef Steller.

Zum einen wurden in den einzelnen Objektkategorien neue Kriterien auf Grund der Lage und Ausstattung der Immobilie definiert und zum anderen liegen erstmals Auswertungen auf Bezirksebene vor statt wie bisher nur für die Landeshauptstädte. (APA)

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