Kärnten: Schulkinder mit falschem Serum geimpft

21. Mai 2001, 14:09
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Mussten zweite Impfung über sich ergehen lassen - Kreislaufprobleme waren die Folge

Klagenfurt - Ein "Kunstfehler" ist einer Ärztin in Seeboden am Millstätter See in Kärnten unterlaufen. Sie impfte in einer Hauptschule 22 Kinder mit dem falschen Serum. Als sie ihr Versehen bemerkte, wurde der Impfvorgang kurzerhand wiederholt, mehrere Kinder bekamen daraufhin Kreislaufprobleme.

Wie am Montag bekannt wurde, sollte die Ärztin der BH Spittal/Drau am vergangenen Freitag die Zwölfjährigen an der Hauptschule gegen Hepatitis-B, die 14-Jährigen hingegen gegen Diptherie-Tetanus impfen. Das Serum gegen Diptherie-Tetanus bekamen allerdings die Zweitklassler verpasst. Nachdem die Ärztin ihren Irrtum erkannt hatte, wurden zwölf Schüler ein zweites Mal - diesmal mit dem richtigen Impfstoff - behandelt.

Für fünf der Zwölfjährigen war die Doppel-Impfung jedoch offenbar zu viel: Sie bekamen Schüttelfrost und Kreislaufprobleme und mussten von Rot-Kreuz-Helfern behandelt werden. Eine Gesundheitsgefahr habe laut Bezirkshauptmannschaft durch diesen Fehler nicht bestanden.

Keine Gesundheitsgefahr

Der Kärntner Landessanitätsdirektor Gerhard Olexinski sprach am Montag im Zusammenhang mit der Verwendung eines falschen Impfstoffes durch eine Jugendfürsorgeärztin von einem "bedauerlichen, jedoch ungefährlichen Irrtum". Die aufeinander folgende Verabreichung der Impfseren gegen Hepatitis B beziehungsweise Diphterie-Tetanus würde jedoch für die Betroffenen keine Gesundheitsgefahr darstellen, versicherte der Landessanitätsdirektor.

Nach den Worten Olexinskis hätten fünf Schüler zwar Symptome wie Übelkeit gezeigt, diese seien jedoch Folge der Aufregung gewesen. Der Landessanitätsdirektor kündigte zur genauen Klärung des Sachverhaltes ein intensives Gespräch mit der betroffenen Ärztin an. Außerdem sei geplant, Kärntens Amtsärzte in den kommenden Tagen zu einer Unterredung einzuladen, um deren Wachsamkeit zur Vermeidung ähnlicher Irrtümer zusätzlich zu erhöhen, so Olexinski. (APA)

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