Medjugorje muss in den nächsten Wochen mit zehntausenden Pilgern rechnen

21. Mai 2001, 11:26
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Vor 20 Jahren begannen dort die Marienerscheinungen

Sarajewo - Vor 20 Jahren, am 24. Juni 1981, soll es in dem herzegowinischen Dorf Medjugorje erstmals zu Marienerscheinungen gekommen sein. Zu diesem Anlass werden Zehntausende Pilger aus der ganzen Welt in den nächsten Wochen in Medjugorje erwartet.

Sechs Kinder hatten im Juni 1981 berichtet, die Gottesmutter habe sich ihnen gezeigt, während sie in den nahe gelegenen Hügeln Schafe gehütet hätten. Die Entdecker sind mittlerweile längst erwachsen, aber die Erscheinungen dauerten an.

Obwohl der Vatikan das "Wunder von Medjugorje" nicht anerkannt hat, sind bisher annähernd 20 Millionen Menschen in den Ort gekommen, unter ihnen viele Kranke und Heilung Suchende. Um die Pilger zu beherbergen, wurden große Hotels gebaut. Medjugorje nahm durch die Wallfahrt einen großen Aufschwung. Motor der Verbreitung der Medjugorje-Botschaften in Europa und Amerika war der im November des Vorjahrs verstorbenene Franziskanerpater Slavko Barbaric.

Der bosnische Bürgerkrieg 1992 bis 1995 hatte Medjugorje weitgehend verschont, wenn auch das Dorf von Bomben getroffen wurde. Zum elften und zwölften Medjugorje-Jahrestag - 1992 und 1993 - war der herzegowinische Ort Ziel von internationalen Friedensmärschen. Die Initiative war von Medjugorje-Gebetskreisen in Österreich, Italien und Deutschland ausgegangen.

In der offiziellen Kirche herrscht nach wie vor eine gewisse Ratlosigkeit im Umgang mit dem Phänomen Medjugorje. So hatten im vergangenen Jahr die französischen Bischöfe "pastorale Vorsicht" im Hinblick auf die seit 1981 andauernden Marienerscheinungen verlangt. Zwar gebe es noch keine abschließende kirchliche Stellungnahme über Medjugorje, doch läge umgekehrt auch kein Beweis für die Echtheit vor, hieß es in der französischen Erklärung. (APA)

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