Berlusconi: D'Antoni-Partei "Europäische Demokratie" soll in die Koalition

21. Mai 2001, 16:36
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Im Wahlkampf hatte man sich noch unabhängig gegeben - Andreotti protestiert

Rom - Der italienische Wahlsieger Silvio Berlusconi denkt an eine Erweiterung seiner Mitte-Rechts-Koalition "Haus der Freiheiten", mit der er die Parlamentswahlen vor einer Woche gewonnen hat. Dem Bündnis will nun auch die gemäßigte Bewegung "Europäische Demokratie" beitreten, der sich auch der siebenmalige Regierungschef Giulio Andreotti angeschlossen hat. Die Partei war im Herbst vom Ex-Gewerkschaftschef Sergio D'Antoni gegründet worden, war jedoch an der Vier-Prozent-Klausel gescheitert.

Um seiner Partei nach dem enttäuschenden Wahlergebnis größere Öffentlichkeit zu geben, will sich D'Antoni mit Berlusconi verbinden, obwohl er während der Wahlkampagne für die Stimmen der Wähler geworben hatten, die sich weder vom TV-Zaren noch vom Mitte-Links-Bündnis angezogen fühlten. D'Antoni hofft sogar auf einen Ministerposten im neuen Kabinett, das voraussichtlich Mitte Juni aus der Taufe gehoben werden soll. D'Antonis Interesse für Berlusconis Bündnis löste jedoch Entrüstung bei Andreotti aus. Dieser weigert sich dem Block des lombardischen Multimillionärs beizutreten.

Die Erweiterung der Allianz besorgt Berlusconis Verbündete, die befürchten, im neuen Kabinett weniger Ministerposten zu erhalten. Vor allem die Lega Nord und die rechte Nationale Allianz mahnten Berlusconi, er könne das Bündnis nicht ohne ihre Genehmigung erweitern. Bossi unterstrich, dass D'Antoni eine scharfe Kampagne gegen den Mitte-Rechts-Block geführt hatte. (APA)

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