EVN: Einnahmen gehen zurück

21. Mai 2001, 10:12
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Erhöhte Energiebeschaffungskosten und Warmwetter dürften gesamtes Geschäftsjahr belasten

Wien - Der börsenotierte niederösterreichische Energieversorger EVN, Maria Enzersdorf, hat im ersten Geschäftshalbjahr 2000/01 operativ etwas weniger verdient als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Von Oktober bis März ging das Betriebsergebnis (EBIT) um 3,6 Prozent von 1,866 auf 1,799 Mrd. S (auf 130,7 Mill. Euro) zurück. Das unversteuerte Ergebnis verbesserte von 1,779 auf 1,885 Mrd. S. Die gesamten Umsatzerlöse konnten um 9,7 Prozent von 7,808 auf 8,563 Mrd. S gesteigert werden, teilt der Energiekonzern heute, Montag, mit.

Im ersten Halbjahr habe die EVN trotz witterungsbedingter Absatzrückgänge Erlös- und Ergebnissteigerungen erwirtschaften können, so die EVN. Durch die erhöhten Aufwendungen für die Energiebeschaffung, vor allem aber auf Grund der anhaltend hohen Gasbezugspreise, habe das operative Ergebnis (EBIT) jedoch den Vorjahreswert nicht ganz erreicht. Die Abschwächung der konjunkturellen Entwicklung in Österreich habe sich ebenfalls dämpfend auf die Geschäftsentwicklung der EVN ausgewirkt.

Gedämfte Entwicklung des Gasmarktes

Der Stromverkauf an Endkunden konnte im Berichtszeitraum um insgesamt 2,7 Prozent auf 3.440 (3.351) GWh gesteigert werden. Die Stromerlöse lagen in Summe mit 4,413 (4,494) Mrd. S um 1,8 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Neben dem Verkaufsrückgang im Tarifkundenbereich sowie dem gegenüber dem Vorjahr reduzierten Handelsvolumen waren dafür die seit 1. März 2000 wirksame, im Hinblick auf die bevorstehende gänzliche Marktöffnung vorgenommene Tarifsenkung sowie geringere Durchschnittserlöse bei Sondervertragskunden verantwortlich, so die EVN.

Weiterhin gedämpft verlief die Entwicklung des Gasverkaufs. Hier konnten zwar die Einbußen im Vergleich zum ersten Quartal etwas vermindert werden, dennoch musste die EVN vor allem auf Grund der ungewöhnlich warmen Temperaturen im ersten Halbjahr insgesamt einen Absatzrückgang von 9,1 Prozent auf 869 (956) Mill. Kubikmeter (m3) hinnehmen. Trotz dieser Einbußen konnten die Gaserlöse durch die teilweise Weitergabe der anhaltend hohen Bezugspreise in Form von Verkaufspreiserhöhungen um 29,9 Prozent auf 3,340 (2,571) Mrd. S gesteigert werden.

EVN-Chef Rudolf Gruber rechnet damit, dass sich die für die EVN "äußerst ungünstigen" Witterungsverhältnisse auch auf das gesamte Wirtschaftsjahr auswirken werden. Zusätzlich würden durch die bevorstehende Liberalisierung des Strommarktes ab 1. Oktober 2001 weitere Kundenmaßnahmen erforderlich werden, so der EVN-Chef.

Synergien und Ertragssteigerungspotenzial erwartet Gruber aus dem Einstieg in das Wassergeschäft durch die Übernahme des niederösterreichischen Wasserversorgers NÖSIWAG und der daraus verstärkten Position als Multi-Service-Utility in Niedersösterreich. Zudem sollten weitere Rationalisierungsmaßnahmen und Kosteneinsparungen durch die Kooperation im Rahmen der EnergieAllianz eine weitere Festigung der Wettbewerbsposition der EVN bewirken, meint Gruber. Erste auf den Markt gebrachte gemeinsame Produkte der EnergieAllianz seien ein wichtiger Schritt dazu. (APA)

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