Böhler-Uddeholm überrascht mit kräftigem Wachstum

21. Mai 2001, 15:47
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Raidl: Deutlich höherer Auftragseingang

Wien - Der börsenotierte Edelstahl-Hersteller Böhler-Uddeholm AG ist im ersten Quartal 2001 stärker gewachsen als von Analysten erwartet. Der Betriebserfolg (EBIT) verbesserte sich gegenüber dem Vergleichszeitraum 2000 um 22 Prozent auf 36,8 Mill. Euro (506 Mill. S), das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) wuchs um 29 Prozent auf 30,2 Mill. Euro, teilte das Unternehmen am Montag mit. Die Umsatzerlöse kletterten um 9 Prozent auf 399,8 (2000: 367,2) Mill. Euro.

Der Auftragseingang erhöhte sich von 268 auf 335,5 Mill. Euro, damit habe man eine Steigerung von 25 Prozent verzeichnet. Das sei der höchste Auftragseingang in Böhler-Uddeholm innerhalb eines Quartals erreichen konnte, so das Unternehmen. Der Auftragsstand belief sich per 31. März auf 355,1 Mill. Euro und damit um 54 Prozent über dem Vergleichswert 2000.

Alle vier Kernbereiche hätten beim Ergebnis und Umsatz deutliche Zuwächse aufgewiesen. Wie erwartet habe sich die Konjunktur für Edelstahl als robust erwiesen. Besonders gut sei die Nachfrage in den Märkten Europas und Asiens gewesen. In Nordamerika habe sich die Nachfrage bei Werkzeugstahl erwartungsgemäß verringert.

Für 2001 moderater Gewinnrückgang erwartet

Für das Gesamtjahr 2001 stellt Böhler-Uddeholm-Konzernchef Claus Raidl, wie schon in der Hauptversammlung vor einer Woche angekündigt, eine "moderate Abschwächung" bei Umsatz und Ergebnis gegenüber dem Rekordjahr 2000 in Aussicht.

Nach dem "sehr guten" Erstquartal sei zunächst auch im laufenden zweiten Quartal mit einer zufriedenstellenden Auftragslage für den Konzern zu rechnen. Erst ab kommenden Sommer werde sich die globale Konjunkturabkühlung auch im Edelstahlgeschäft bemerkbar machen, so Raidl. Für das zweite Halbjahr sei von insgesamt relativ stabilen Preisen, aber rückläufigen Mengen auszugehen.

Aktie legt nur schwach zu

Die Böhler-Uddeholm-Aktie, die heuer mit einem bisherigen Kursplus von fast 30 Prozent zu den Top-Performern an der Wiener Börse zählt, notierte heute, Montag, gegen 12:30 Uhr mit 44,50 Euro (rund 612 S) um 0,1 Prozent hauchdünn über dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag (44,45 Euro).

Hauptaktionär von Böhler-Uddeholm ist derzeit mit 25 Prozent die staatliche Industrieholding ÖIAG. Als neuer Kernaktionär ist zuletzt die in Linz beheimatete BU-Industrieholding einer österreichischen Investorengruppe rund um die Familien Fries und Hable dazugestoßen, die "mehr als 5 Prozent" der Anteile hält. Die restlichen knapp 70 Prozent des österreichisch-schwedischen Edelstahlunternehmens sind in Streubesitz. (APA)

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