Nichts ging mehr: Schon wieder Verkehrskollaps im Wiener Süden

21. Mai 2001, 20:42
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Kilometerlanger Stau auf der Südautobahn

Wien - Rien ne va plus. Nichts geht mehr - das mussten Autofahrer am Montag einmal mehr auf der Südautobahn (A2) feststellen. Weil bei Leobersdorf mehrere Lkw und Pkw kollidierten, musste die A2 zwischen Wöllersdorf und Leobersdorf in beide Fahrtrichtungen gesperrt werden. Der Verkehr wurde zwar über die B17 umgeleitet. Dennoch konnten kilometerlange Blechschlangen im dichten Montagmorgenverkehr nicht verhindert werden.

Der Unfall ereignete sich gegen 4 Uhr früh. Ein Lkw war in Richtung Wien unterwegs, als er plötzlich ins Schleudern geriet. Das mit Kühlschränken beladene Schwerfahrzeug durchstieß die Mittelleitschiene und geriet auf die Fahrbahn Richtung Süden. Zwei Lkw und mehrere Pkw konnten dem Laster nicht mehr ausweichen. Als Unfallursache wird Sekundenschlaf des Fahrers vermutet.

Der Verkehr wurde in Richtung Süden bei Leobersdorf, in Richtung Wien bei Wöllersdorf abgeleitet. In beiden Richtungen gab es mehrere Kilometer Stau. Auch auf der Umleitungsstrecke über die B17 kam der Verkehr teilweise zum Erliegen. Kurz nach 9 Uhr konnte die Sperre Richtung Wien wieder aufgehoben werden. In der Gegenrichtung war die A2 wegen Bergungs- und Reinigungsarbeiten noch bis 12 Uhr gesperrt. Die Arbeiten gestalteten sich schwierig. Das umgestürzte Schwerfahrzeug musste mittels Kran wieder aufgestellt und die Ladung auf ein Ersatzfahrzeug gehoben werden. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) warnte Montag einmal mehr vor Übermüdung im Straßenverkehr: "Bei starkem Verkehrsaufkommen ist es besonders wichtig, Abstand zu halten, eine angepasste Fahrgeschwindigkeit zu wählen und partnerschaftliches Verhalten gegenüber ungeschützten Verkehrsteilnehmern zu zeigen."

Nach einer KfV-Studie sind die Hauptursachen für Lkw-Unfälle auf Autobahnen: "Fehleinschätzung" (38 Prozent), "fehlende Wachsamkeit" (30 Prozent) und "unvorhergesehenes Verhalten" (27 Prozent). Typische ermüdungsbedingte Störungen seien verzögerte Reaktionen, abruptes Bremsen, Übersehen von Verkehrsschildern, Tunnelblick, falsches Einschätzen von Verkehrssituationen und Distanzen, Sekundenschlaf sowie kurzfristige Handlungsunfähigkeit. (chr)

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