Eine Schwäche für starke Frauen

22. Mai 2001, 11:06
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George W. Bush setzt auf weiblichen "Beraterstab"

George W. Bush hat eine Schwäche für starke Frauen. Acht seiner 18 engsten "Berater" sind Frauen. Und während bei seinem Vorgänger ganze Brigaden von Psychologen endlos grübelten, was den Mann so zu den Frauen zieht, ist es bei Bush ganz einfach: "Meine Mama", so der Spross von Ex- First-Lady Barbara Bush. "Der Grund, warum ich die Ratschläge von Frauen schätze, die einen starken Willen haben und ihre Meinung vertreten, ist meine Mom", sagt Bush mit Stolz.

Die Durchpeitscherin

"The enforcer" - übersetzt als "die Durchpeitscherin" - so wurde Mutter Bush in der Familie genannt. Drei Politiker hat sie zu formen geholfen: ihren Mann George, der 1988 zum 41. Präsidenten gewählt wurde, George W., der es im Januar ins höchste Staatsamt schaffte, und Sohn Jeb, Gouverneur in Florida.

Während George W. den Vater beim Regieren auch heute noch hin und wieder gern zu Rate zieht, ist Barbara Bush im Weißen Haus nur noch als Gast zu sehen. Dafür geben andere starke Frauen den Ton an. Zum Beispiel Karen Hughes, 44, nach Angaben von Bush-Mitarbeitern die einflussreichste Person im Weißen Haus.

Nachhilfe

Condoleezza Rice (46) ist die erste Frau im einflussreichen Amt des nationalen Sicherheitsberaters. "Condi kann mir außenpolitische Zusammenhänge so erklären, dass ich sie verstehe", meint Bush, der gerne mit seinem Image kokettiert, von vielen Dingen nicht viel Ahnung zu haben. Die Politologie-Professorin ist dafür verantwortlich, die außenpolitischen Prioritäten des Präsidenten zu setzen.

Harriet Miers ist Bushs persönliche Rechtsanwältin. Sie sitzt ganz nah am Oval Office und klopft jedes Schriftstück, das dem Präsidenten unter die Augen kommt, auf Fehler, Unklarheiten und mögliche Fallen ab. Für innenpolitische Initiativen zieht der Präsident Margaret LaMontagne beiseite. Sie leitet das Projekt Bildungsreform, das Bush sich als eines seiner wichtigsten Reformvorhaben auf die Fahnen geschrieben hat.

Bei so viel Frauenpower braucht es natürlich kein Büro für Frauenangelegenheiten mehr. Auch wenn die leise Schließung für viel Aufregung gesort haben. Die Frauen um Bush lachen lieber darüber. "In diesem Weißen Haus ist die Sitzung der engsten Mitarbeiter eine Frauenangelegenheit", meint Hughes nach einem Blick in die Runde der 18 engsten Präsidentenberater/innen.

(dpa/red)

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