Josef Winkler erhielt Alfred-Döblin-Preis überreicht

20. Mai 2001, 21:58
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Grass faszinierte das "Obsessionshafte"

Berlin - Der 48-jährige Kärntner Autor Josef Winkler wurde am Sonntag in der Berliner Akademie der Künste mit dem alle zwei Jahre verliehenen Alfred-Döblin-Preis ausgezeichnet.

Der vom Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass gestiftete, zum 13. Mal verliehene Preis wird für noch unveröffentlichte Manuskripte vergeben. Winkler erhielt ihn und 25.000 Mark Dotation für seine noch nicht erschienene Novelle "natura morta". In seiner Ansprache zitierte Günter Grass über weite Strecken eine eigene Rede zu Alfred Döblin aus dem Jahr 1967. Mit dem Preis wolle er junge Autoren an Döblin heranführen, der mehr geschrieben habe als "Berlin Alexanderplatz".

"Junge Schriftsteller fallen nicht vom Himmel, auch nicht in Berlin, und sie brauchen einen fordernden Lehrer", so Grass. An Winkler fasziniere ihn das "Obsessionshafte", dass es sich bei ihm nicht um jemanden handle, der "auch" schreibe. In ihrer Laudatio sagte die Jury-Vorsitzende Manuela Reichart, Josef Winkler zeichne sich durch eine fanatische Genauigkeit aus. Er zwinge den Leser mit akribischer Genauigkeit innezuhalten und hinzusehen: "Manchmal ist das schwer auszuhalten, auf die Toten zu blicken". (APA)

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