Der sexualisierende Blick

2. August 2001, 19:04
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Handicap Körper: "Bin ich schön genug?"

Die Körpererfahrung hat Einfluss auf die Berufswahl von jungen Frauen. Zu diesem Schluss kam Uta Zybell vom Institut für Berufspädagogik an der Technischen Universität Darmstadt. Ihre Untersuchung zum Thema Berufentscheidung ergab, dass Frauen sehr früh mit einer Außenbewertung und Begutachtung ihres Körpers konfrontiert sind. Eine zwanghafte, vom männlichen Blick bestimmte Veränderung der eigenen Körperwahrnehmung setzt ein. Durch das Taxiertwerden von außen, beginnen heranwachsende Mädchen, ihren Wert über ihren Körper zu messen.

Sie richten ihren Blick auf die von Medien vorgegebenen Schönheitsideale, anstatt sich mit ihrer beruflichen Laufbahn auseinander zu setzen. Für die von Uta Zybell befragten jungen Frauen war die Frage um ihre äußerliche Attraktivität und Wertschätzung durch einen Mann wichtiger als die Planung der beruflichen Zukunft .

Da den Mädchen vermittelt wird, dass es um den attraktiven Körper der Frau geht und eine Frau nur durch den Mann Bestätigung finden und durch ihn ihre Vervollständigung erlangen kann, ist das Körpergefühl junger Frauen sehr oft gebrochen, so Uta Zybell. Durch das Ausgesetztsein eines sexualisierenden männlichen Blicks, wissen junge Frauen oft gar nicht, was sie wollen oder was sie wollen dürfen.

Dies ist für Uta Zybell die Ursache, dass sich Mädchen auch heute noch mehrheitlich für traditionell weibliche Berufe wie Frisöse, Arzthelferin und Einzelhandelsfrau, entscheiden. (pd)

Uta Zybell: Zum Zusammenhang von weiblicher Moralentwicklung und Berufsorientierung junger Frauen. Darmstädter Beiträge zur Berufpädagogik, Band 21, Leuchtturm Verlag, Alsbach/Bergstraße
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