Eichel: Höhere Euro-Akzeptanz erst 2002

20. Mai 2001, 18:07
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"Wird in Urlaubssaison richtig beliebt werden"

Berlin - Der deutsche Finanzminister Hans Eichel (SPD) erwartet nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" nicht, dass der Euro bei den Bürgern in diesem Jahr deutlich an Akzeptanz gewinnt. "Ich würde mir da nicht zu viele Illusionen machen", zitierte die Zeitung den Minister. Die Einstellung zum Euro werde sich erst ab dem kommenden Jahr ändern, "wenn man die neuen Scheine und Münzen in der Hand hat". In der Urlaubssaison 2002 werde die neue Gemeinschaftswährung dann richtig beliebt.

"Viele werden dann merken, dass sie nicht mehr umtauschen müssen." Der Euro wird am 1. Januar 2002 in zwölf EU-Staaten eingeführt und bis Mitte des Jahres die nationalen Währungen als Zahlungsmittel abgelöst haben.

Die Inflation werde durch die Euro-Umstellung nicht angeheizt, wird Eichel in dem redaktionellen Vorabbericht indirekt zitiert. Für den Preisauftrieb sorgten eher steigende Benzinpreise und die Maul- und Klauenseuche. Spätestens in der zweiten Jahreshälfte werde die Inflation wieder zurückgehen. Daher seien die jüngsten Leitzinssenkungen in den USA und in der Euro-Zone auch richtig. Denn sie seien vor allem eine deutliche Reaktion auf die wirtschaftliche Abschwächung in den USA. Rezessiongefahren bestünden nicht. "Wir haben mehr Wachstum als in den 90er-Jahren, allerdings steigt das Wachstum etwas langsamer", sagte Eichel. (APA/Reuters)

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