Brasilien: Proteste gegen drastische Energiesparmaßnahmen

20. Mai 2001, 17:36
posten

Kritik an hohen Strafen bei zu großem Stromverbrauch

Brasilia - Die drastischen Energiesparmaßnahmen der brasilianischen Regierung haben landesweit Proteste ausgelöst. Auch seien bereits erste rechtliche Schritte dagegen eingeleitet worden, berichteten die brasilianischen Medien. Ein Internetprovider in der Stadt Taubate forderte Ersatz für die durch die bevorstehenden Stromausfälle entstehenden Schäden. Auch der zukünftige Präsident des Obersten Bundesgerichts, Marco Aurelio de Mello, kritisierte die bei zu großem Stromverbrauch angedrohten Strafen als viel zu hoch.

Präsident Fernando Henrique Cardoso hatte am Freitag die am 1. Juni in Kraft tretenden Sparpläne vorgestellt. Demnach sollen alle Haushalte, die unter 200 Kilowattstunden im Monat verbrauchen, belohnt werden. Bei einem Verbrauch von mehr als 200 Kilowattstunden werden drastische Strafen fällig.

Sparplan hält Unternehmen an Enegie zu sparen

Zeitungen wiesen daraufhin, dass allein ein Kühlschrank im Monat rund 95 Kilowattstunden Strom verbrauche. Der Sparplan hält Unternehmen an, zwischen 15 und 25 Prozent ihres bisherigen Energieverbaruchs einzusparen. Greifen diese Maßnahmen nicht, werden auch Stromabschaltungen zwischen drei und sechs Stunden am Tag nicht ausgeschlossen. Studien zufolge wird durch die Stromsparpläne das Wirtschaftswachstum in Brasilien zurückgehen.

Die Sparmaßnahem wurden notwendig, da in weiten Landesteilen der Regen ausblieb und die Wasserkraftwerke deshalb weit weniger Strom produzieren. 92 Prozent der Energie in Brasilien wird in Wasserkraftwerken erzeugt. (APA/AFP)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.