Offene Märkte für die Dritte Welt

20. Mai 2001, 17:11
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UNO konferierte über Bedürfnisse der ärmsten Länder

Brüssel - Die Industriestaaten wollen ihre Märkte für Güter aus der Dritten Welt vollständig öffnen. Dies ist ein Ergebnis der UNO- Konferenz über die am wenigsten entwickelten Länder, die am Sonntag in Brüssel zu Ende ging.

Nach einer Studie der Weltbank könnten die ärmsten Länder damit ihren Export um jährlich etwa drei Milliarden Dollar steigern. Die EU hatte schon zuvor beschlossen, ihre Märkte nach dem Motto "Alles außer Waffen" für Produkte aus der Dritten Welt zu öffnen und auf Zölle und Quoten zu verzichten.

Virtuelle Universität

Während der Konferenz wurde außerdem vereinbart, bei der nächsten Konferenz der Welthandelsorganisation die Bedürfnisse dieser Länder stärker zu berücksichtigen. Das UNO-Entwicklungsprogramm wird einen Fonds zur Verbesserung der Regierungs- und Verwaltungstätigkeit in den ärmsten Staaten finanzieren. Außerdem soll eine virtuelle "Welthandels-Universität" im Internet entstehen.

Politiker und Experten hatten eine Woche lang in Brüssel über die Bedürfnisse der 49 ärmsten Staaten der Welt konferiert. Es war die dritte Konferenz der UN über die Situation in diesen Ländern, deren Zahl eher größer als kleiner zu werden droht. Veranstalter waren das Europäische Parlament und die EU-Kommission.

Der für die Entwicklungspolitik zuständige EU-Kommissar Poul Nielson sagte vor Journalisten voraus, in zehn Jahren werde sich die Zahl der ärmsten Länder wieder verringert haben. In vernünftigen und ernsthaften Gesprächen während dieser Konferenz sei es gelungen, die Interessen und Bedürfnisse dieser Staaten wieder stärker bewusst zu machen. (APA/dpa)

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