Buzek ruft Berlin zu rascher Zwangsarbeiter-
Entscheidung auf

21. Mai 2001, 13:50
posten

Polen soll rund 14 Mrd. Schilling aus Entschädigungsfonds erhalten

Warschau - Der polnische Ministerpräsident Jerzy Buzek hat den deutschen Bundestag aufgefordert, rasch eine Entscheidung zur Freigabe der Entschädigungszahlungen an ehemalige NS-Zwangsarbeiter zu treffen. Wie die polnische Nachrichtenagentur PAP am Sonntag meldete, schloss sich Buzek bei einem Treffen mit ehemaligen Sklavenarbeitern aus Osteuropa deren Aufruf an den Bundestag vom Freitag an. Er sagte demnach: "Die guten Beziehungen zu Deutschland waren für meine Regierung stets sehr wichtig. Um sie aufrecht zu erhalten, müssen jedoch die schmerzhaften Kapitel der Geschichte des 20. Jahrhunderts abgeschlossen werden, darunter auch die der Entschädigungen".

Vertreter von Zwangsarbeitern aus Weißrussland, der Ukraine, Russland, Polen, Tschechien sowie Vertreter der jüdischen Gemeinde in Warschau hatten dort erklärt, mit der Abweisung der Sammelklagen gegen deutsche Banken in New York sei "das letzte und einzige Hindernis für den Beginn der Auszahlungen aufgehoben". Ein schneller Auszahlungsbeginn helfe auch, das Image Deutschlands zu verbessern, betonten sie. In Polen leben noch etwa eine halbe Million ehemaliger Zwangsarbeiter. Aus den Entschädigungsfonds der deutschen Wirtschaft soll das Land fast zwei Milliarden Mark (1,023 Mrd. Euro/14,1 Mrd. S) erhalten. (APA)

Share if you care.