Pakistan will afghanische Flüchtlinge abschieben

20. Mai 2001, 15:31
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Provinzregierung ignoriert UNO-Bitte um Asyl

Peshawar - Ungeachtet der Appelle der Vereinten Nationen will Pakistan Tausende afghanischer Flüchtlinge in ihre Heimat zurückschicken. Die für den Nordwesten des Landes zuständige Provinzregierung veröffentlichte am Sonntag eine Erklärung, nach der sich ein großer Teil der Afghanen illegal in Pakistan aufhalte. Die UNO hatte die pakistanische Regierung gebeten, den Flüchtlingen Asyl zu gewähren.

Ab dem 20. Juni sollen Vertreter Pakistans und der UNO mehrere zehntausend Flüchtlinge in den drei großen Lagern im Nordwesten des Landes überprüfen und entscheiden, ob die Menschen offiziell als Flüchtlinge anerkannt werden.

Allein bewältigen

Allein seit September sind mehr als 200.000 Afghanen nach Pakistan geflohen. Die Militärregierung Pakistans will ihnen kein Asyl gewähren, weil sie befürchtet, dass sie das Flüchtlingsproblem nach einem Ende der internationalen Hilfe alleine bewältigen müsse. Provinzgouverneur Iftikhar Hussain Shah hofft, dass mit den Kontrollen etwa 70 Prozent der neu ins Land gekommenen Flüchtlinge wieder abgeschoben werden können.

Die unabhängige Menschenrechtskommission von Pakistan kritisierte die Entscheidung. Die Flüchtlinge, die unter erbärmlichen Bedingungen lebten, bräuchten unverzüglich Hilfe und keine Rückführung in ihre Heimat, hieß es. (APA/AP)

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