Tiroler feierten bis in die Morgenstunden

22. Mai 2001, 11:11
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Mit neuem Hauptsponsor und Knavs-Ersatz heißt das Ziel Champions League

Innsbruck - An Dramatik hielt die Entscheidung in der österreichischen max.Bundesliga mit jener in Deutschland nicht mit, gefeiert wurde aber in Innsbruck genauso wie in München bzw. Hamburg. Trainer Kurt Jara stand unter der Sektdusche, die Spieler lagen einander auf dem Rasen in den Armen und tanzten mit ihren Kindern, die Fans feierten auf den Rängen und stimmten das unvermeidliche "We are the champions" an. Der FC Tirol bejubelte am Samstag mit den 17.500 Fans im Innsbrucker Tivoli neu die erfolgreiche Titelverteidigung, den neunten Meistertitel der Vereinsgeschichte.

Vor fast genau vier Jahren hatte Martin Kerscher das Präsidenten-Amt in Innsbruck übernommen, seine Visionen für die nahe Zukunft waren damals bei den vom Mair-Skandal gezeichneten Tirolern noch belächelt worden. "Tirol muss wieder Meister werden", hatte der Kitzbühler an symbolträchtiger Stelle, auf der Baustelle Tivoli neu, zum Ziel gesetzt. Im Vorjahr hatten Trainer Kurt Jara und die Mannschaft die Vorgaben erfüllt, im alten Stadion den Titel gefeiert. Am Samstag wurde die neue Arena nach dem 2:0-Sieg gegen Sturm quasi endgültig eingeweiht.

Keine vorzeitige Feier

Auch wenn der Meisterteller fehlte. Jara wollte nicht die Feier vielleicht voreilig ansetzen. "Man feiert nicht während der Meisterschaft. Das ist ein bisschen Aberglaube, aber auch, weil im Fußball schon so viel passiert ist", sagte der Trainer. Seine Arbeit wurde auch so neuerlich bestätigt, die Entwicklung spricht für sich. Die Fans dankten es. "Die neue Arena hat uns viel geholfen. Ein Wahnsinn, wie die Leute jetzt zum Verein und der Mannschaft stehen. Ich hoffe, sie kommen auch, wenn es einmal nicht so läuft", so Jara.

Der entscheidende Sieg gegen Sturm war charakteristisch für die Tiroler Mannschaft 200/01, auch wenn der überragende Torjäger Radoslaw Gilewicz wegen einer Sperre fehlte. Stark im Kollektiv, souverän in der Defensive, brandgefährlich im Konter, noch abgeklärter als im Vorjahr. "Als Außenseiter zu gewinnen ist leichter, zu wiederholen war schwieriger. Jetzt sind wir natürlich glücklich, dass wir es geschafft haben. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl", so Jara.

Millionen Show im neuen Tivoli

Während die Fans in der Innenstadt die Nacht zum Tag machten und auch die Spieler nach der Feier im VIP-Klub in die Stadt zogen, war für den Trainer keine lange Nacht angesagt. Der Tiroler war am Sonntag Vormittag auf dem Weg nach Wien zur Trainer-Fortbildung. Die Mannschaft hat zwei Tage frei, nach dem Spiel gegen die Austria steigt die offizielle Meisterfeier. Im Tivoli neu gibt's am Donnerstag eine Show um rund 1,3 Mio. S, die Fans müssen dafür 100 Schilling Eintritt berappen, sind aber beim Auswärtsspiel via Video-Wall live dabei. Unmittelbar nach dem Spiel wird die Mannschaft für die Feierlichkeiten nach Innsbruck geflogen.

Die Saison ist damit aber noch nicht abgeschlossen. "Wir wollen auch den Cup holen und dann muss das Ziel sein, die Champions League zu erreichen", erklärte Jara. Die Mannschaft wird dafür nur geringfügig geändert. Alexander Knavs verlässt nach vier Jahren Innsbruck schweren Herzens und geht zum 1. FC Kaiserslautern. "Was ich hier erlebt habe, ist mit Geld nicht zu bezahlen. Es war eine super Zeit, die werde ich nie vergessen", so der Slowene, der den Titel mit Tränen "begoss". Für ihn soll der Schweizer Verteidiger Marco Zwyssig von St. Gallen kommen.

Der Transfer soll ebenso in den nächsten Tagen abgeschlossen werden wie der Vertrag mit dem neuen Hauptsponsor, mit der Tiroler Wasserkraft sind nur noch Details zu klären. Die finanzielle Unterstützung soll sich auf 25 bis 35 Mio. S belaufen und damit deutlich höher sein als jene der Tirol Milch, die heuer zehn Mio. S zahlte. (APA)

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    Kurt Jara genießt die Titelverteidigung in vollen Zügen

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