Gedenken an die Opfer der Roten Khmer

20. Mai 2001, 14:08
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Noch keine gesetzlichen Grundlagen für Prozess gegen Genozid-Verantwortliche

Choeung Ek - In Kambodscha haben am Sonntag Tausende Menschen der Opfer der Terrorherrschaft der Roten Khmer in den 70er Jahren gedacht. Sie versammelten sich unweit der Hauptstadt Phnom Penh in Choeung Ek, wo Tausende Menschen zu Tode geprügelt worden waren, oft nachdem sie im berüchtigten Tuol Gefängnis der Hauptstadt gefoltert wurden. In Choeung Ek sind nach dem Ende der Khmer-Herrschaft 129 Massengräber entdeckt worden. In einem Schrein sind mehrere Tausend Totenschädel von Khmer-Opfern gesammelt.

Der Herrschaft der Roten Khmer von 1975 bis 1979 fielen rund 1,7 Millionen Menschen zum Opfer. Sie wurden hingerichtet oder verhungerten. Hunderttausende Menschen wurden aus den Städten aufs Land deportiert, wo sie in primitiven Landwirtschaftskollektiven Schwerstarbeit leisten mussten.

Betende Dorfbewohner

Bei der jährlichen Gedenkfeier zündeten buddhistische Nonnen und Mönche Räucherstäbchen an und brachten Opfer dar, während Dorfbewohner beteten. "Ich kann nichts von dem vergessen, was in der Khmer-Zeit passiert ist", sagte die 50-jährige Khleng-Leng. "Ich habe vier Söhne, drei Töchter und meinen Mann verloren."

Der Anführer der Roten Khmer, Pol Pot, starb 1998. Viele Mitglieder der Khmer-Führungsriege leben noch und mussten sich bisher nicht vor Gericht verantworten.

Kambodscha und die Vereinten Nationen hatten sich über die Bildung eines internationalen Tribunals verständigt, das Verbrechen der Roten Khmer verfolgen soll. Ein Gesetzentwurf für den Khmer-Prozess ist bisher jedoch nicht in Kraft. (APA/Reuters)

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