GÖD-Vorstand bewilligt Uni-Streik für 29. Mai

21. Mai 2001, 22:32
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Proteststreik der Vorarlberger Lehrer abgelehnt

Wien - Der Zentralvorstand der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) hat am Montag einen Warnstreik der Universitätslehrer gegen das geplante neue Uni-Dienstrecht am 29. Mai grundsätzlich genehmigt - jenem Tag, an dem das neue Dienstrecht im Ministerrat beschlossen werden soll. Die endgültige Entscheidung über die Arbeitsniederlegung wird aber erst am Mittwoch Abend nach einer letzten Verhandlung mit der Regierung gefällt. Auch weiterführende Streiks wurden grundsätzlich genehmigt, teilten Gewerkschaftsvertreter mit.

Abgelehnt hat der Zentralvorstand hingegen den Antrag auf die Abhaltung eines Streiks von Lehrern an Pflichtschulen sowie Höheren Schulen in Vorarlberg, mit dem gegen die neuen Dienstrechte im Schulbereich protestiert werden sollte. Allerdings hat die GÖD einen Rahmenbeschluss gefasst, wonach es bei einer Freisetzung von Lehrern im Herbst zu Kampfmaßnahmen kommen soll. Diese Entscheidung gilt für ganz Österreich.

Vorarlberger Lehrer "enttäuscht"

Nach der Ablehnung eines Vorarlberger Lehrerstreiks im Zentralvorstand der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) herrschte Montagnachmittag bei vielen Pädagogen im Ländle das Gefühl der Enttäuschung vor. Wolfgang Rothmund, oberster Personalvertreter der Pflichtschullehrer im Ländle, äußerte stellvertretend für die Kollegen seine "große Enttäuschung". Er habe gehofft, dass es eine Möglichkeit geben würde, in der GÖD auf die Probleme der Lehrer hinzuweisen.

Das Abstimmungsergebnis von 51 zu 32 Stimmen sei nur ein schwacher Trost. Er habe sich zwar ebenso wie der Großteil der Vorarlberger Kollegen für einen Streik ausgesprochen, allerdings nur unter der Voraussetzung der Zustimmung durch die GÖD. Für einen nicht genehmigten Streik stehe er nicht zur Verfügung. "Es gibt keinen wilden Streik", sagte Rothmund.

"Möglichst moderates" Jahres-Arbeitszeitmodell

Gleichzeitig kündigte der Personalvertreter an, dass es nun darum gehe, das Jahres-Arbeitszeitmodell für die Vorarlberger Lehrer "möglichst moderat" umzusetzen und ihm die schärfsten Spitzen zu nehmen. Es habe keinen Sinn, noch länger zuzuwarten, denn am 1. September trete das von der GÖD mit beschlossene, in Vorarlberg aber mehrheitlich abgelehnte Modell in Kraft.

Bei einer großen Protestkundgebung am 28. März hatten in Feldkirch über 4.000 Vorarlberger Lehrer einen unbefristeten Streik in Vorarlberg gefordert. In der Vorwoche wurde in Dornbirn von der Lehrer-Plattform "Gemeinsam sind wir stark" ein Proponentenkomitee für die Gründung einer neuen unabhängigen Bildungsgewerkschaft ins Leben gerufen. Die unzufriedenen Lehrer möchten viele Kollegen von der GÖD abwerben, neue Mitglieder gewinnen und streben für Herbst einen Streik an. (APA)

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