Entmutigter Peres in Russland

20. Mai 2001, 13:07
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Israelischer Außenminister berät sich mit Solschenyzin und Putin

Moskau - Der israelische Außenminister Shimon Peres ist am Sonntag zu Gesprächen über die Lage im Nahen Osten in Moskau eingetroffen. Auf dem Flughafen verteidigte Peres die jüngsten Luftangriffe auf Ziele in den palästinensischen Selbstverwaltungsgebieten. "Unser Handeln ist eine Reaktion auf das Verhalten der Palästinenser, das gegenüber Israel sehr grausam und aggressiv ist", sagte Peres. Die Erklärung der Arabischen Liga vom Samstag, in der alle arabischen Staaten zum Abbruch der Beziehungen mit Israel aufgefordert wurden, bezeichnete Peres als entmutigend. Dennoch werde sich sein Land weiter um Frieden bemühen.

Nach einem privaten Programm, in dessen Verlauf am Sonntag auch ein Gespräch mit dem Schriftsteller Alexander Solschenyzin vorgesehen war, soll Peres am Montag mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Außenminister Igor Iwanow zusammenkommen. Er freue sich auf sein Treffen mit Putin und hoffe, dass dabei ein Weg aus der gegenwärtigen Krise gefunden werde. "Wir sollten alles Erdenkliche tun, um zu verhindern, dass die derzeitige Lage in einen Krieg ausufert", erklärte der israelische Außenminister und Friedensnobelpreisträger zum Auftakt seines insgesamt dreitägigen Arbeitsbesuchs. Auf seinem Programm steht auch ein Treffen mit Vizepremier Ilja Klebanow.

Putin hatte am Vortag in einem Telefonat mit dem israelischen Regierungschef Ariel Sharon zu einem sofortigen Ende der Gewalt in Nahost aufgerufen. Er wies nach Angaben seines Pressesprechers Alexej Gromow darauf hin, dass "alle Maßnahmen zu einer umgehenden Einstellung der Gewalt" ergriffen werden müssten. Das russische Außenministerium hatte sich am Samstag tief besorgt über die andauernden Gewalt im Nahen Osten geäußert und die israelischen Angriffe als ungerechtfertigt und unangemessen bezeichnet. (APA/AP/dpa)

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