Bomben im Baskenland

20. Mai 2001, 12:51
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Anschlag auf Kommunalpolitiker - Demonstration für radikale Jugendorganisation

Bilbao - Mutmaßliche Anhänger der Separatistenorganisation ETA haben in der Nacht zum Sonntag im spanischen Baskenland mehrere Anschläge verübt. In Vitoria explodierte vor der Wohnung eines sozialistischen Kommunalpolitikers ein selbst gebastelter Sprengsatz, wie die Polizei mitteilte. Verletzt wurde niemand, in dem mehrstöckigen Wohnhaus entstand aber erheblicher Sachschaden.

Kurz darauf gingen in Bilbao zwei kleinere Sprengsätze vor einem Gebäude der spanischen Marine hoch. Zudem griffen Vermummte ein Parteibüro der regierenden Nationalisten (PNV) an. Sie schlugen die Fenster ein und beschmierten die Wände mit Farbe. In der nahe gelegenen Kleinstadt Basauri setzten Gewalttäter eine Außenstelle der Sozialversicherung und in Lekeitio einen Bus in Brand.

Ein Hoch auf die ETA

Wenige Stunden zuvor hatten in San Sebastian mehrere tausend Separatisten gegen das Verbot der radikalen baskischen Jugendorganisation "Haika" demonstriert. Die Teilnehmer forderten die Unabhängigkeit des Baskenlandes und ließen in Sprechchören die ETA hochleben.

Zu der Kundgebung hatte die ETA-nahe Partei Euskal Herritarrok aufgerufen. Zu Zwischenfällen kam es nach Angaben der Polizei nicht. Nach Überzeugung der Sicherheitsbehörden dient "Haika" (baskisch für "sich erheben") als "Schule" künftiger ETA-Terroristen. Auf Anordnung des Madrider Richters Baltasar Garzon war die mehrere tausend Mitglieder zählende Jugendorganisation deshalb vor knapp zwei Wochen für illegal erklärt worden. (APA/dpa)

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