In LKW-Laderaum erstickte Chinesen wurden vermutlich über Wien geschleust

20. Mai 2001, 12:05
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Mehrere Schlepper-Mitarbeiter in Wien verhaftet

Wien - Ein Jahr nach der Tragödie von Dover, bei der im vergangenen Juni 58 Chinesen in einem Lastwagen erstickt sind, hat das österreichische Innenministerium neue Erkenntnisse über den Ablauf der Todesfahrt gesammelt: Ein Teil der Opfer wurden demnach über eine in Österreich tätige Unterorganisation des asiatischen Schlepperkonzerns "Vietnam Yong", die so genannte "Zelle Wien", in den EU-Raum eingeschleust. Das berichtet das Magazin Format unter Berufung auf einen internen Bericht des Innenministeriums zur Schlepperkriminalität.

"Zelle Wien" - über 40 Mitarbeiter

Die "Zelle Wien", die inzwischen von den Fahndern aufgerollt wurde, hatte mehr als 40 Mitarbeiter und verfügte in der Bundeshauptstadt über ein weitverzweigtes Netz an Wohnungen, in denen Flüchtlinge untergebracht wurden. Auch der grausame Mord an einem abtrünnigen Schlepper und seiner Freundin, der vergangenen August in Niederösterreich verübt wurde, soll auf das Konto der "Vietnam Yong" gehen.

Inzwischen wurden laut Format beim Landesgericht Korneuburg 46 Verdächtige aus dem Umfeld der Schlepperorganisation angezeigt, 23 sitzen in Untersuchungshaft. Bisher konnten ihnen dem Bericht des Innenministeriums zufolge fast 3.000 "Schleusungsvorgänge" nachgewiesen werden. Alleine damit hat die weltweit agierende "Vietnam Yong"-Organisation an die hundert Millionen Schilling Gewinn gemacht. (APA)

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