Mazedonien: Streitkräfte fürchten Katastrophe für Zivilbevölkerung

19. Mai 2001, 18:13
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Bush lobt Regierung für Zurückhaltung

Skopje - Angesichts der anhaltenden Gefechte in Nordmazedonien haben die Streitkräfte am Samstag vor einer humanitären Katastrophe für die Zivilbevölkerung gewarnt. Armeesprecher Oberst Blagoja Markovski sprach von heftigen Kämpfen und warf den albanischen Separatisten erneut vor, im Kampfgebiet etwa 7000 Zivilisten als menschliche Schutzschilde festzuhalten. US-Präsident George W. Bush sicherte der Regierung unterdessen in einem Brief seine Unterstützung zu.

Markovski beschuldigte die Rebellen, das Feuer am Freitag eröffnet zu haben. Darauf habe die Armee mit schwerer Artillerie reagiert. Verluste auf Seiten der Regierungstruppen habe es zwar nicht gegeben, er befürchte aber eine humanitäre Katastrophe für die Zivilbevölkerung. Markovski sagte, in Lipkovo würden etwa 6.000 Bewohner festgehalten, weitere 1.000 in einer Moschee in dem Dorf Otlje. Die Rebellen haben den Vorwurf zurückgewiesen, ebenso Zivilisten, die ihre Häuser kürzlich während der Gefechtspausen verlassen hatten.

Präsident Boris Trajkovski besuchte unterdessen Truppenstellungen in der Nähe von Kumanovo. Dabei kündigte er an, die Regierung werde die Krise sowohl politisch als auch militärisch lösen. Trajkovskis Büro veröffentlichte einen Brief von Bush, in dem dieser das Staatsoberhaupt für die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit lobte. Zudem begrüßte Bush die Ankündigung, die Armee werde sich zurückhalten. Den Separatisten warf er vor, die Kämpfe zu provozieren und den Tod von Zivilisten in Kauf zu nehmen.

Die Regierung hatte ursprünglich eine Großoffensive angedroht, falls die Rebellen bis vergangenen Donnerstagmittag nicht die Waffen niedergelegt hätten. Auf internationalen Druck kündigte sie dann jedoch Zurückhaltung an. (APA/AP)

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