AT&S plant bis zu sechs Milliarden in China zu investieren

19. Mai 2001, 16:51
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Bisher größte österreichische Auslandsinvestition in China

Shanghai - Der am Frankfurter Neuen Markt notierte österreichische Leiterplattenhersteller AT&S will bis zu 6 Mrd. S (436 Mill. Euro) in China investieren, wenn die Nachfrage dies zulässt. Das sagte AT&S-Vorstandsvorsitzender Willi Dörflinger am Samstag anlässlich der Grundsteinlegung für ein neues AT&S-Werk in Shanghai. Bereits für die nun eingeleitete erste Investitionsphase gibt das steirische Unternehmen rund 145 Mill. Euro (knapp 2 Mrd. S) aus. Für dieses Geld wird in den nächsten zwölf Monaten ein "Klon" des Stammwerks in Leoben-Hinterberg im Süden der Wirtschaftsmetropole auf die lediglich sprichwörtlich grüne Wiese gestellt.

In einer feierlichen Zeremonie nahm - umrahmt von Klängen des Radetzky-Marsches und chinesischen Drachentänzen - Bundespräsident Thomas Klestil am letzten Tag seines Staatsbesuches den Spatenstich vor. An der Zeremonie, der auch der Shanghaier Bürgermeister beiwohnte, nahmen auch Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, der Salzburger Landeshauptmann Franz Schausberger, Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl sowie AT&S-Aufsichtsratschef Hannes Androsch teil.

Handy-Bestandteile sollen hergestellt werden

In dem neuen Werk sollen ab Mitte 2002 moderne HDI-Microvia-Platten für die Handy-Industrie produziert werden. Die Technologie erlaubt eine hohe Dichte von Verbindungspunkten auf den Leiterplatten und damit die Herstellung besonders kleiner Mobiltelefone. Ist 2004 der Vollausbau des Werks erreicht, werden in der Fabrik 750 Menschen Arbeit finden. Den Planungen entsprechend sollen zu diesem Zeitpunkt bereits schwarze Zahlen geschrieben werden. Der projektierte Umsatz von knapp 2 Mrd. S soll etwa ein Fünftel des Planumsatzes in diesem Jahr ausmachen.

"Wir planen aber auch eine zweite und dritte Phase, die Investitionssumme könnte bis auf 400 bis 500 Mill. Euro ansteigen", sagte Dörflinger. Aus diesem Grund sei auch genügend Boden für ein zweites und drittes Gebäude angemietet worden, das Grundstück, auf dem AT&S baue, sei mehr als 12 Hektar groß. Es bietet Platz für ein zweites und drittes Produktionsgebäude.

Voraussetzung für eine solche starke Expansion ist freilich, dass der chinesische Handymarkt weiter so rasant zulegt wie bisher. Monatlich kommen in China rund 2,6 Mill. neue Handynutzer hinzu. Die derzeit 100 Millionen chinesischen Mobiltelefonnutzer bedeuten eine noch vergleichsweise geringe Marktdurchdringung von unter 10 Prozent. (APA)

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