FP-Zierler attackiert Koalitionspartner ÖVP

19. Mai 2001, 12:16
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FPÖ-Generalsekretärin zu Partei-interner Kritik: "Kritisieren allein ist zu wenig"

Wien - Kritik am Koalitionspartner ÖVP übt nun einmal mehr FPÖ-Generalsekretärin Theresia Zierler. In der jüngsten Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" sagt sie: "Die ÖVP war es von jeher gewöhnt, dass alles ganz gemütlich geht und hat sich in den Zeiten der Großen Koalition einfach zurückgelehnt. Es ist sicher die FPÖ, die in dieser Regierung für Reformen steht und auf den etwas behäbigen Partner Druck ausübt."

Dem Wunsch von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V) nach einer verstärkten Zuwanderung von ausländischen Fachkräften erteilt die FPÖ-Generalsekretärin eine Absage. Zierler fordert dagegen "rasche Ausbildungsinitiativen in diesem Bereich im eigenen Land". Die ÖVP sei allerdings "untätig". "Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) hat bisher nicht eine einzige sinnvolle Initiative in diesem Bereich zu Stande gebracht", so Zierler.

Zurück weist Zierler Kritik am FPÖ-Generalsekretariat aus den eigenen Reihen. "Kritisieren allein ist zu wenig, Zusammenarbeit ist gefragt. Der Job des Generalsekretärs ist mit Sicherheit mehr Bürde als Würde."

Brinek: Gehrer nicht "untätig"

Die ÖVP wies am Samstag den Vorwurf von FPÖ-Generalsekretärin Theresia Zierler, wonach Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) "untätig" sei, zurück. "Ich habe Verständnis dafür, das politische Quereinsteiger nicht immer den Überblick darüber haben, was ein Minister in seiner Amtszeit bereits geleistet hat", so ÖVP-Wissenschaftssprecherin Gertrude Brinek in einer Aussendung. Der Vorwurf Zierlers lasse sich "nur durch Unwissenheit erklären und ist vollkommen absurd".

"Die Wahrheit" sei, dass Gehrer eine lange Reihe von wichtigen Ausbildungsinitiativen gestartet habe. Es werde Zeit, dass sich Zierler damit auch "seriös beschäftigt", so Brinek. Die Anzahl der Schulabsolventen mit IT-Kenntnissen werde von derzeit jährlich 20.000 auf 30.000 im Jahr 2003 steigen, 166 Schulen hätten einen Ausbildungsschwerpunkt im Bereich der neuen Technologien. Die Anzahl der Universitäts- und Fachhochschulabsolventen vervierfache sich von derzeit 850 auf 4.200 im Jahr 2003.

25 CISCO-Netzwerkakademien würden Schülern praxisrelevante Spezialkenntnisse als Netzwerkmanager vermitteln, jährlich würden 33.000 Lehrende in den Pädagogischen Instituten im IT-Bereich geschult. Dazu werden ab Herbst 2001 zusätzlich 40 Klassen für insgesamt 1.000 Schüler mit IT-Schwerpunkt geführt werden. Eine Milliarde Schilling sei in IT-Infrastruktur investiert worden, seit 1998 würden alle Bundesschulen über Internet-Zugang verfügen.

(APA)

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