Ferrero-Waldner: Erwarte weiterhin gute Beziehungen zu Italien

19. Mai 2001, 10:38
1 Posting

"Südtirol bleibt Herzensanliegen Österreichs"

Wien - Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (V) erwartet sich von Italiens neuer Regierung, dass "Italien seine engagierte Europapolitik sowie die bewährte Tradition guter nachbarschaftlicher Beziehungen fortsetzen wird". "Unser Interesse an engen und vertrauensvollen Beziehungen mit Italien besteht jedenfalls unverändert fort", sagte die Außenministerin am Samstag in Südtirol laut Redetext vor den Frauen der Südtiroler Volkspartei (SVP). Ferrero-Waldner äußerte keinen Zweifel, dass auch die neue italienische Regierung die Südtirol-Autonomie respektieren werde. "Südtirol ist und bleibt ein Herzensanliegen Österreichs auch im neuen Europa."

Ferrero-Waldner betonte das weltweit große Interesse zahlreicher politischer Verantwortlicher an der Südtirol-Autonomie. "Und wir wissen auch, wie viele euch um diese Autonomie beneiden", sagte sie zu den Anwesenden. Den Umgang mit Minderheiten und Volksgruppen sieht die Außenministerin als "ein entscheidendes Kriterium für Zukunftsorientiertheit und echt europäisches Denken an". Die Außenministerin bedauerte, dass "einige wenige Mitgliedstaaten der EU die Existenz ethnischer Minderheiten auf ihrem Staatsgebiet weiterhin grundsätzlich in Abrede stellen und daher auch Minderheitenschutz in unserem Sinn nicht kennen".

"Konzept der Strategischen Partnerschaft"

Die verstärkte Zuwendung zu den benachbarten Beitrittskandidatenländern und Polen im Rahmen des "Konzepts der Strategischen Partnerschaft" stelle keine Abwendung von den bisherigen EU-Partnern dar, betonte die Außenministerin. "Die Beziehungen zu Italien haben jedenfalls für uns einen besonderen Stellenwert und sollen sowohl innerhalb der Strukturen in der Europäischen Union als auch bilateral intensiv gepflegt und ausgebaut werden."

Nach den Worten Ferrero-Waldners besteht zwischen Österreich und Italien "weitgehende Übereinstimmung", was den europäischen Einigungsprozess anlange. Beide Staaten würden aber auch die regionale Kooperation unterstützen. Österreich und Italien hätten gemeinsam die Voraussetzungen für die Zusammenarbeit von Tirol, Südtirol und Trentino im Rahmen der Euregio geschaffen. "Dennoch stehen wir erst am Anfang."

Kritisch äußerte sich Ferrero-Waldner vor den Frauen der SVP zur Rolle der Frau in der Gesellschaft. "Die große Herausforderung für die Frauenpolitik weltweit bestehe leider immer noch darin, Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten zwischen Frauen und Männern zu beseitigen." Die Gesellschaft, in der wir leben, würde sich primär immer noch an den Wertmaßstäben und Verhaltensmustern der Männer orientieren. Gleichzeitig sei aber festzustellen, dass in der internationalen Politik Frauen immer häufiger in Spitzenfunktionen vorstoßen würden. "In Europa sind inzwischen immerhin vier Außenministerposten von Frauen besetzt." (APA)

Share if you care.