USA rufen zu "bedingungslosem Ende" der Gewalt in Nahost auf

19. Mai 2001, 09:42
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Demonstrationen gegen israelische Angriffe im Westjordanland

Washington/Jerusalem - US-Außenminister Colin Powell hat am Freitag zu einem "bedingungslosem Ende" der Gewalt zwischen Israel und den Palästinensern aufgerufen. Er hoffe, dass alle Gewalt "auf Null" gebracht werden könnte, sagte Powell auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem russischen Amtskollegen Igor Iwanow in Washington. Beobachter sahen in seinen Äußerungen eine deutliche Verschärfung der Wortwahl: In den vergangenen Wochen hatten die USA stets nur von einer "erheblichen Verringerung" der Gewaltanwendung als Voraussetzung für den Beginn neuer substanzieller Verhandlungen gesprochen.

Zuvor hatte am Freitag Präsident George W. Bush erklärt, er sei "sehr besorgt" über die neue Eskalation der Gewalt. Die Äußerung des Präsidenten erfolgte nach einem palästinensischen Selbstmordanschlag mit sechs Todesopfern, aber vor einem israelischen Vergeltungsanschlag mit acht toten Palästinensern.

USA ratlos

Powell, der die Lage in Nahost auch mit Iwanow erörtert hatte, räumte indirekt ein, dass die USA zurzeit machtlos seien. "Im Augenblick sind wir in dieser Spirale der Gewalt gefangen. Wenn es irgendeine Idee für eine Lösung geben würde - irgendeine Konferenz oder ein Treffen, das sofort stattfinden und uns in Richtung Ende der Gewalt bringen könnte - dann würde ich sofort zupacken", sagte der US-Minister.

Nach den massiven Vergeltungsangriffen Israels im Anschluss an den Selbstmordanschlag arabischer Extremisten haben mehrere tausend Palästinenser im Westjordanland gegen das Vorgehen der Streitkräfte demonstriert. Die aufgebrachten Menschen zogen am Freitagabend in Ramallah und in Bethlehem durch die Straßen. (APA/dpa/AP)

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