Altern schützt vor Denken nicht

22. Mai 2001, 18:14
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Die weiße Hirnsubstanz wächst länger als vermutet

Arkansas - Forscher der University of Arkansas haben jüngst mit einem weitverbreiteten Irrtum aufräumen können. Im Fachmagazin "Archives of General Psychiatry" schreibt das Team um den Psychiater George Bartzokis, dass sich die weiße Hirnsubstanz auch nach der Pubertät noch weiter ausdehnt. Bisher nahm die Fachwelt an, dass sich das Gehirn nach dem 20. Lebensjahr nicht mehr entwickle und das Volumen des ausgewachsenen Gehirn fortan linear sinke.

Das Forscherteam will jedoch mit Hilfe der Magnet-Resonanz-Tomografie herausgefunden haben, dass die als weiße Substanz bezeichneten markhaltigen Nervenfasern mindestens doppelt so lange wachsen und sich regenerieren. An der Untersuchung nahmen 70 gesunde Männer zwischen 19 und 76 Jahren teil. Mit speziellen Puls-Sequenzen wurde der Kontrast zwischen grauer und weißer Hirnsubstanz maximiert, die Volumen ermittelt und ins Verhältnis gesetzt.

Im Stirnbereich des Gehirns zeigte sich, dass die grauen Zellen kontinuierlich abbauen, während der Umfang der weißen Hirnmasse offenbar bis in das Lebensalter der späten 40er zunimmt. Diese Erkenntnisse könnten nach Ansicht der Forscher zu neuen Ansätzen in der Behandlung von Alzheimer führen.

Das Gewebe des Zentralen Nervensystem unterteilt sich in zwei Farben. Größere Mengen von nah beieinander liegenden Nervenzellkörpern, wie sie vor allem in der Hirnrinde vermehrt zu finden sind, erscheinen grau. Sie werden graue Substanz genannt. Als weiße Substanz bezeichnet man dagegen die weiß erscheinenden Bereiche der Gehirnbahnen. (pte)

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