Neue Methode: Interne Strahlung therapiert Gehirntumore

20. Mai 2001, 18:57
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Winston-Salem/North Carolina - In den USA wurde erstmals eine neue Behandlung bei Gehirntumoren durchgeführt. Mit dem so genannten GliaSite Radiation Therapie System (RTS) wird das bösartige Geschwür einer internen Strahlung ausgesetzt, die nur auf die betroffene Stelle zielt und gesundes Gewebe weitgehend unbelastet lässt. Die Behandlung wurde bei einem 27-jährigen Patienten mit einem in der Fachsprache als buntes Glioblastom bezeichneten Tumor am Wake Forest University Baptist Medical Center durchgeführt.

Die Vorrichtung besteht aus einem Ballonkatheter, der nach der Entfernung des Tumors in den Hohlraum eingesetzt wird. GliaSite befördert die Strahlung direkt in das Gewebe um den Hohlraum, wo sich Tumore häufig wieder bilden. "Bisher waren Behandlungsmöglichkeiten bei Patienten mit wiederkehrenden Gehirntumoren stark limitiert. Strahlung in Kombination mit einer Operation ist die einzig effiziente Therapie. Durch das GliaSite-System erhalten Patienten eine zusätzliche Strahlung, bei der gleichzeitig das externe Strahlungsrisiko minimiert wird", so der Neurochirurg Stephen Tatter, der die Behandlung durchführte. Der Nachteil der externen Strahlung sei ihr langfristig hohes Risiko für gesundes Gewebe, so der Neurochirurg.

Die amerikanische Krebsgesellschaft schätzt, dass im Jahr 2001 bei rund 16.500 Personen in den USA ein primärer bösartiger Tumor diagnostiziert wird. Nach ihrer Ansicht werde dieser nach der ersten Behandlung wieder wachsen. Zusätzlich gehen Forscher von rund 170.000 Patienten mit metastasierenden Tumoren aus, die in jedem Körperteil entstehen können und anschließend ins Gehirn wandern. (pte)

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