Elektrosmog-Streit: Radio Vatikan sucht neuen Standort

18. Mai 2001, 23:49
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Übertragungstechnik für den Mittelwellenbereich soll ins Ausland verlegt werden

Der katholische Kirchensender Radio Vatikan und die italienische Regierung haben im monatelangen Streit um die Verursachung von Elektrosmog durch einen Sendemast eine Einigung erzielt. Wie beide Seiten am Freitagabend in Rom mitteilten, verlegt der Sender die Mittelwellen-Übertragungstechnik ins Ausland. Die Kosten dafür übernimmt der italienische Staat.

Nach Angaben von Radio Vatikan wurde bereits Kontakt zu Sendezentren in Europa aufgenommen, um bis Ende August einen neuen Standort zu finden. Namen dieser Länder nannte der Sender nicht. Wie das staatliche Fernsehen RAI meldete, sollen außerdem die Antennen für den Kurzwellenbereich verkleinert werden. "Wir hoffen, dass mit dieser Lösung alle zufrieden gestellt werden können", erklärte der Direktor von Radio Vatikan, Federico Lombardi.

Italiens Umweltminister Willer Bordon hatte dem Papst-Sender vor Ostern gedroht, den Strom abzuschalten, falls er die vor zwei Jahren verschärften staatlichen Vorschriften für elektromagnetische Emissionen nicht erfülle. Der Vatikan vertrat bisher die Auffassung, die Übertragungen entsprechen den weniger strengen internationalen Technikstandards. Zudem seien seine Amtsträger durch den Staatsvertrag von 1929 zur Gründung des Vatikanstaats geschützt.(APA/AP)

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