Gefechte zwischen mazedonischer Armee und Albanerrebellen

19. Mai 2001, 18:54
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UCPMB-Rebellen ziehen sich aus südserbischer Region zurück

Kumanovo/Presevo - Im Norden Mazedoniens haben sich am Samstag die Gefechte zwischen Armee und albanischen Rebellen verschärft. Nach Angaben eines AFP-Korrespondenten waren am Nachmittag eine Stunde lang ununterbrochen heftige Schusswechsel in der Nähe des Dorfes Slupcane, einer der Hochburgen der Rebellen in der Kumanovo-Region, zu hören, dies ungeachtet des von der Regierung am Donnerstag erklärten Waffenstillstands.

Bereits in der Nacht und am Morgen hatten sich beide Seite sporadische Feuergefechte geliefert. Armee und Rebellen machen sich gegenseitig für den Bruch der Feuerpause verantwortlich. Nach den Worten eines Rotkreuz-Helfers wird die Situation für die Dorfbewohner von Tag zu Tag angespannter. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz wollte am Sonntag erneut Dorfbewohner aus der Region evakuieren.

Der mazedonische Präsident Boris Trajkovski rief unterdessen Polizei und Armee auf, weiterhin Zurückhaltung zu üben. Er wisse, wie schwierig es sei, angesichts der täglichen Provokationen ruhig zu bleiben, sagte Trajkovski bei einem Truppenbesuch in der umkämpften Region. Die Rebellen warnte der Präsident davor, die Haltung der Regierung misszuverstehen: Die Rebellen dürften Zurückhaltung nicht mit Schwäche verwechseln und glauben, "dass wir ihnen das Recht geben, mazedonisches Gebiet zu besetzen oder erorbern".

Beruhigung in Südserbien

In Südserbien zeigt dagegen das Amnestieangebot der Kosovo-Friedenstruppe KFOR an die dortigen Albanerrebellen weiter Wirkung: Am Samstag verließen die letzten Rebellen der "Befreiungsarmee für Presevo, Medvedja und Bujanovac" (UCPMB) nach eigenen Angaben die bisher von ihnen besetzten Dörfer westlich von Presevo. Lediglich in der Hochburg Madjere seien noch 30 Kämpfer, diese wollten jedoch bis zum Ablauf des Ultimatums am kommenden Donnerstag in die Nachbarprovinz Kosovo abreisen, hieß es.

Am Mittwoch hatte die von der NATO geführte Friedenstruppe allen UCPMB-Rebellen eine Amnestie angeboten, die sich bis Donnerstag stellen und ihre Waffen niederlegen. An diesem Tag sollen jugoslawische Sicherheitskräfte auch in den letzten NATO-kontrollierten Sektor der südserbischen Pufferzone zurückkehren. Mit dem Amnestieangebot erhofft sich die KFOR eine Eindämmung bewaffneter Auseinandersetzungen zwischen UCPMB-Rebellen und jugoslawischer Armee. Auch die Regierung in Belgrad stellte den Albanerrebellen in der Pufferzone zwischen Südserbien und dem Kosovo ein Ultimatum bis zum 24. Mai. (APA)

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