Israelische Kampfhubschrauber greifen erneut palästinensische Stadt an

19. Mai 2001, 12:11
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Nach israelischem Luftangriff mindetens elf Tote - Erstmals Kampfflugzeuge im Einsatz

Jerusalem - Die israelische Armee hat am Samstag erneut Angriffe gegen palästinensische Einrichtungen im Westjordanland geflogen. Kampfhubschrauber beschossen das Hauptquartier der Palästinensischen Selbstverwaltungsbehörde in der Stadt Jenin und einen Polizeiposten im Norden der Stadt, wie Zeugen berichteten. Auch die Stadt Tulkarem, die bereits am Freitag Ziel eines Angriffs war, wurde neuerlich beschossen.

Zunächst gab es keine Berichte über eventuelle Opfer. Vor den Angriffen der Kampfhubschrauber hatten israelische Soldaten am Samstag zwei Palästinenser erschossen. Ein palästinensischer Polizist wurde in der Nähe von Jenin erschossen, nahe dem Karni-Grenzübergang wurde ein Bauer getötet, der auf dem Feld arbeitete und nach israelischen Angaben bewaffnet war.

Zahl der Opfer erhöht sich ständig

Nach dem Angriff israelischer Kampfflugzeuge haben palästinensische Sicherheitskräfte in Nablus am Samstag drei weitere Menschen tot aus den Trümmern geborgen. Damit stieg die Zahl der Opfer des Luftangriffs auf elf. Nach Polizeiangaben wurde ein Palästinenser noch vermisst. Bei einem neuen Zwischenfall in Yenin im Westjodanland wurde am Samstag ein Palästinenser von israelischen Soldaten erschossen, verlautete aus Spitalskreisen.

An einem der blutigsten Tage im Nahost-Konflikt seit Beginn des Jahres waren am Freitag außerdem sechs Israelis getötet worden. 72 Israelis und 65 Palästinenser wurden verletzt. Die Eskalation der Gewalt begann am Freitagmittag mit einem Bombenanschlag eines Selbstmordattentäters in der israelischen Küstenstadt Netanya. Sechs Stunden später griffen israelische Kampfflugzeuge Einrichtungen der palästinensischen Sicherheitskräfte in Nablus und Ramallah in den Selbstverwaltungsgebieten sowie in Gaza an. Dabei wurden erstmals seit dem Nahost-Krieg von 1967 auch Kampfflugzeuge vom Typ F-16 eingesetzt. (APA/AP)

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