UN-Wetterorganisation gibt Entwarnung

18. Mai 2001, 16:38
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Nasses Wetter in Europa ist kein Grund zur Beunruhigung

Genf - Das nasse Wetter in Europa und die wenig frühlingshaften Temperaturen stellen aus Sicht der Weltwetter- Organisation (WMO) keinen Grund zur Besorgnis dar. Seit Menschengedenken habe es immer wieder trockene und feuchte Phasen gegeben, sagte Arthur Askew von der UN-Organisation am Freitag in Genf. Heftige Regenfälle seien seit Einführung der meteorologischen Messungen in Großbritannien Mitte des 17. Jahrhunderts immer wieder notiert worden. "Das ist nichts Außergewöhnliches."

Nach Angaben der Weltwetter-Organisationen sind sich die Meteorologen noch nicht einig, ob dem feuchten Frühling später ein "rasend heißer" oder "fürchterlich kalter" Sommer folgen wird.

Der Bau von großen Städten, Siedlungen in ungeeigneten Gebieten sowie mehr Informationen über die Auswirkungen von "Naturgewalten" als in der Vergangenheit haben aus Sicht von Askew für das subjektive Empfinden gesorgt, dass es mit dem Wetter immer schlimmer werde. Der Mensch müsse akzeptieren, dass es keinen maximalen Schutz gebe, sagte Askew. Insbesondere größere Städte bedeuteten immer größere Verletzbarkeit.

Aus Sicht der Organisation hält die weitere Erwärmung der Atmosphäre selbst dann an, wenn alle Länder die Auflagen des Kyoto- Protokolls zur Begrenzung der Schadstoffemission bis 2010 einhalten würden. Dennoch wäre die Erfüllung des Abkommens ein erster Schritt, um die globale Erwärmung zu bekämpfen.

Sollten Kohlendioxid und weitere Treibhausgase tatsächlich die Ursachen für die weitere Erwärmung der Erdatmosphäre sein, könnte sich aus Sicht der WMO folgendes Szenarium abspielen: In Nordeuropa gibt es mehr und bessere Ernten, und in Südeuropa und Zentralasien wird es möglicherweise trockener. Während im tropischen Afrika der Temperaturanstieg nicht kritisch sein würde, könnten aber Regenfälle zu schaffen machen. In Ostafrika wird es nasser und in Südafrika trockener. (APA/dpa)

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