Salzburgs Umweltanwalt kritisiert Gerlos-Alpenstraßenrennen

18. Mai 2001, 17:21
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Alpenstraßenrennen führt mitten durch Landschaftsschutzgebiet

Salzburg - "Schnelle Reifen, tolle Frauen, heißes Rennen" - mit diesem Slogan können sich Salzburgs Naturschützer, allen voran der Landes-Umweltanwalt, der Naturschutzbund, der Alpenverein und der VCÖ nicht anfreunden. Vor allem deswegen nicht, weil das Freitag, beginnende und bis Sonntag dauernde Gerlos-Alpenstraßenrennen inmitten des Landschaftsschutzgebietes Wildgerlostal, Krimmler Achental und Stubachtäler stattfindet.

Natura 2000-Gebiete

"Die Gerlos-Alpenstraße liegt weiters hart an der Grenze zum Naturschutzgebiet Sieben Möser und Nationalpark Hohe Tauern, die beide von der EU als Natura 2000-Gebiete definiert wurden", betonte Salzburgs Umweltanwalt Wolfgang Wiener bei einem Pressegespräch in Salzburg. Besonders erschüttert ist Wiener von der Ausklammerung seines Büros bei der Bewilligung: "Uns wurde schon im Vorjahr mitgeteilt, dass das Rennen nur einmal und ausnahmsweise stattfinden wird. Heuer haben wir erst knapp eine Woche vorher erfahren, dass es wieder ein Rennen geben wird." Bei derartigen "Einmalereignissen" sei die Landesumweltanwaltschaft jedoch machtlos, resigniert Wiener.

Die zuständige BH in Zell am See "hat uns mit dem Argument ausgebootet", dass das Rennen auf einer regulären Straße stattfindet und nur eine straßenrechtliche Veranstaltungsgenehmigung zu erteilen sei. Rückendeckung erhält der Veranstalter Direct Holidays laut Paul Heiselmayer vom Alpenverein auch von Landeshauptmann Franz Schausberger (V), der grundsätzlich deswegen kein Problem damit habe, da ja durch die Sperre der Straße für den restlichen Verkehr keine zusätzliche Belastung entstehe. Darüber hinaus sei das Rennen für die Region von wirtschaftlicher Bedeutung.

Zusätzliche Belastungen durch Lärm

"Gerade durch dieses Rennen entstehen aber zusätzlich Belastungen durch Lärm oder auch die Abfälle der Besucher", widerspricht Landesumweltanwalt Wiener: "In Wohngebieten darf der Lärm am Tag maximal 60 Dezibel betragen, ein Rennwagen bringt es aber auf über 120 Dezibel". Auch die fehlenden sanitären Anlagen würden zu einer gerade für das sensible Gebiet rund um die Sieben Möser massiven Beeinträchtigung führen.

Alle vier Organistionen sind sich einig, dass mit der Bewilligung für dieses Rennen ein Zeichen gesetzt wurde, das sämtlichen Umweltschutzgedanken zuwider laufe. "Damit gibt Salzburg sicher nicht zu erkennen, dass es im Klimaschutzbündnis ist. Es wurde ein gänzlich falsches Zeichen gesetzt", wetterte Wiener. Für heuer wurden zumindest schon Lärmschutzmessungen versprochen, auf dieser Grundlage könne dann gut gegen ein drittes Rennen protestiert werden. Als Alternative schlägt der Umweltanwalt ein "dem High-Tech-Land Salzburg entsprechendes Rennen vor, wie zum Beispiel ein Rennen von Autos mit Solarzelle gegen Brennstoffzelle". (APA)

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