Frauenverbot in Kabuler Spital

18. Mai 2001, 15:10
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Personal geschlagen - Drei Mitarbeiter festgenommen

Kabul - Die Polizei der Taliban-Regierung hat am Donnerstag ein von Italienern geführtes Krankenhaus in Afghanistan überfallen, Personal geschlagen und drei afghanische Mitarbeiter festgenommen. Wie ein Sprecher am Freitag mitteilte, entließ die Krankenhausleitung daraufhin alle Patienten und schloss das 120-Betten-Hospital. Mitarbeiter berichteten, die Taliban-Polizei habe dem Personal vorgeworfen, sie würden in Anwesenheit von Frauen essen. In der Kantine seien jedoch Männer und Frauen durch einen Vorhang voneinander getrennt gewesen.

In der Vergangenheit hatten die von der Taliban auferlegten Einschränkungen für Frauen bereits mehrfach zu Zwischenfällen mit ausländischen Organisationen geführt.

Die radikal-islamische Taliban-Regierung kontrolliert 90 Prozent Afghanistans. Sie verbietet Frauen die Ausbildung und Arbeit außerhalb des Hauses. 1997 stürmte die Taliban-Polizei das Büro einer unabhängigen französischen Organisation und nahm mehrere ausländische und afghanische Mitarbeiter fest. Sie warf ihnen vor, mit heimischen Frauen zusammen gegessen und Fernsehen geschaut zu haben. Die Gefangenen kamen erst nach Monaten wieder frei und wurden zum Teil misshandelt. (APA/Reuters)

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